Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien

Neue Ausgabe der Fachzeitschrift BPJMAKTUELL erschienen

In der neuen Ausgabe der Fachzeitschrift BPJMAKTUELL wird die Bedeutung und Entwicklung dieses Begriffes im Rahmen der Spruchpraxis der Bundesprüfstelle nachgezeichnet und die Frage diskutiert, welche Inhalte in der heutigen Zeit zu einer sexualethischen Desorientierung von Kindern und Jugendlichen führen können.

Der Kommunikations- und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Daniel Hajok reflektiert dazu in einem ersten Beitrag die Entwicklung der Spruchpraxis der BPjM zum Jugendgefährdungstatbestand der Unsittlichkeit und stellt diese dem aktuellen Status Quo der Spruchpraxis gegenüber.

Die Unsittlichkeit wird im Anschluss daran aus verschiedenen Fachperspektiven unter zugrunde gelegten Leitfragen beleuchtet:

„Was ist unter Betrachtung der aktuellen Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen unter Unsittlichkeit zu verstehen?“

„Wird durch den Einfluss und die Nutzung von digitalen Medien auf Kinder und Jugendliche eine neue Auslegung des Jugendgefährdungstatbestands der Unsittlichkeit erforderlich?“

Prof. Dr. Dr. Klaas Huizing erläutert die Auslegung von Unsittlichkeit aus theologischer Perspektive, Dr. Ingrid Stapf stellt medienethische Überlegungen zur Unsittlichkeit an, Björn Schreiber und Lidia de Reese nähern sich den Leitfragen aus medienpädagogischer Perspektive.

Die Abbildung der verschiedenen Fachperspektiven zur Unsittlichkeit trägt zum gesellschaftlichen Diskurs zur Auslegung des Begriffs bei. Die Aushandlung von gesellschaftlichen Normen und Werten durch gesellschaftliche Diskurse zahlt ihrerseits wieder in die Spruchpraxis der BPjM ein, sodass die Indizierungstätigkeit stetig weiterentwickelt werden kann und selbst zur Verhandlung von sozialethischen Normen und Werten wird, stets mit dem Fokus der Entwicklung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten.

In der Rubrik „Spruchpraxis“ findet sich ein Bericht über die Arbeitstagung der BPjM und der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) zum Thema „Alterseinschätzung und rechtliche Herausforderungen bei Tatbeständen gegen die sexuelle Selbstbestimmung“.

Aus dem Bereich der aktuellen Spruchpraxis sind ferner ausgewählte Entscheidungen und Verfahren der BPjM aus dem 2. Quartal abgebildet.

In der ständigen Rubrik „ZUKUNFTSWERKSTATT“ macht die BPjM die Arbeit und Ergebnisse im Rahmen des Strategieprozesses „Digitales Aufwachsen. Vom Kind aus denken. Zukunftssicher handeln.“ transparent. Konkret werden die Fach-Workshops zu den Themen

•    Unbeschwerte Teilhabe an digitaler Kommunikation,
•    Sexuelle Selbstbestimmung im digitalen Wandel,
•    Identität und Datensouveränität angesichts der Digitalisierung

vorgestellt, die noch in diesem Jahr stattfinden werden.

In der Rubrik „Wissenswert“ informiert das aktuelle Heft über die Teilnahme der BPjM am deutsch-russischen Runden Tisch zum Thema „Sozialwohl und Informationssicherheit in der digitalen Gesellschaft“ in Moskau sowie über die aktuelle Debatte um die sogenannten „Lootboxen“.

Die Online-Beiträge finden Sie hier.