Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien Neue Ausgabe der Fachzeitschrift BPJMAKTUELL erschienen

Die erste Ausgabe der BPJMAKTUELL eines Jahres widmet sich im ersten Schwerpunkt traditionell der Jahresstatistik des jeweils zurückliegenden Jahres. Im zweiten Schwerpunkt wird das Phänomen des „Vielspielens“ im Kontext der „Videospielabhängigkeit“ beleuchtet.

Die Jahresstatistik 2020 bildet die Spruchpraxis der BPjM im zurückliegenden Jahr anhand von verschiedenen Parametern statistisch ab. So gibt sie beispielsweise Aufschluss über die durchgeführten Verfahren, die geprüften Medienarten und über die verschiedenen Indizierungsgründe im vergangenen Jahr. Die ausgewählten Parameter sollen in der Gesamtschau Hinweise auf jugendmedienschutzrelevante Entwicklungen und gesellschaftliche Veränderungen ermöglichen.
Bei den Gründen für die Aufnahme in die und den Verbleib in der Liste der jugendgefährdenden Medien waren im Jahr 2020 Inhalte nationalsozialistischen Gedankenguts am häufigsten vertreten. Das Anreizen zum Rassenhass und die Diskriminierung von Menschengruppen ohne Bezug zum Nationalsozialismus wird noch zusätzlich erfasst.
In Bezug auf die Prüfungen der BPjM ist es ganz wesentlich vorauszuschicken, dass ein Medium nicht allein wegen seines politischen Inhalts in die Liste der jugendgefährdenden Medien aufgenommen werden darf. Das Recht auf, aber auch die Grenzen der Meinungsfreiheit sind mit Blick auf die Gefährdung der Entwicklung oder Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten immer wieder sorgsam sichtbar zu machen.

Im Schwerpunktbeitrag zum Thema „Videospielabhängigkeit“ berichtet der Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie Jakob Florack von veränderten Spielwelten, zeigt Kriterien und typische Verläufe des pathologischen Vielspielens auf und gibt einen praxisnahen Einblick aus seiner gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Daniel Illy gegründeten Sprechstunde für Videospiel- und Internetabhängigkeit.

In der Rubrik zur „Spruchpraxis“ werden aktuelle Entwicklungen und Abgrenzungsfragen zum Jugendgefährdungstatbestand des „Nahelegens von selbstschädigendem Verhalten“ erläutert. In diesem Zusammenhang wurde die Spruchpraxis beispielsweise jüngst um das Phänomen der „Inszenierung und Idealisierung von selbstgefährdendem Risikoverhalten als eine nachahmenswerte Mutprobe“ erweitert.

Die ständige Rubrik „Zukunftswerkstatt“ informiert über den Auftakt der ZUKUNFTSWERKSTATT digital und der in diesem Rahmen erfolgten Durchführung einer mehrtägigen Online-Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis im November und Dezember 2020. Das digitale Format zum Thema „Technische Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen in der pädagogischen Anwendung: Ein Dialog über Bedarf und Praxis“ fand unter Teilnahme von Expertinnen und Experten aus der medienpädagogischen und kinderrechtlichen Verantwortungsgemeinschaft (Stiftung Digitale Chancen, jugendschutz.net, FSM, USK, DKHW, BAJ, JFF) sowie Vertreterinnen und Vertretern von Microsoft, Google und dem JusProg e. V. statt.

Der Gefährdungsatlas als erstes im Rahmen der ZUKUNFTSWERKSTATT erarbeitetes Produkt erfreut sich auch weiterhin einer hohen Nachfrage. Die Printversion kann kostenlos per E-Mail unter zukunftswerkstatt@bpjm.bund.de angefordert und die Digitalausgabe auf der Webseite der Bundesprüfstelle im Bereich „Service“ und dort unter „Publikationen“ heruntergeladen werden.

Der Beitrag in der Rubrik „Wissenswert“ knüpft ebenfalls an das Schwerpunktthema „Videospielabhängigkeit“ an. Im Rahmen eines Kurzüberblicks geben die beiden Ärzte Jakob Florack und Dr. Daniel Illy praktische Hinweise zum Erkennen von und Umgang mit Videospielabhängigkeit sowie zu möglichen Hilfsangeboten für Eltern.

Die Online-Beiträge der aktuellen Ausgabe finden Sie hier.