Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien

Mitglied der Allianz für Suizidprävention des Nationalen Suizidpräventionsprogramms (NaSPro)

Das Nationale Suizidpräventionsprogramm (NaSPro) ist ein bundesweites kooperatives Netzwerk mit dem Ziel der Förderung, Entwicklung und Fortentwicklung der Suizidprävention in Deutschland sowie deren öffentlicher Verbreitung. Es besteht aus den Teilnehmenden an der Allianz für Suizidprävention, der Versammlung der Allianz für Suizidprävention, der Steuerungsgruppe, der geschäftsführenden Leitung, den Arbeitsgruppen und dem wissenschaftlichen Beirat.

Der Allianz für Suizidprävention können Organisationen, Dach- und Fachverbände, (politische) Institutionen, Stiftungen, Körperschaften des öffentlichen Rechts, Arbeitsgemeinschaften, Initiativen und andere Netzwerke angehören. Sie unterstützen mit ihrer Teilnahme die Ziele des NaSPro und verbinden damit die Absicht, den Gedanken der Suizidprävention und suizidpräventive Maßnahmen in ihrem jeweiligen Bereich zu fördern.

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) unterstützt auch in der neuen Struktur des im Jahr 2001 gegründeten Programms dessen Anliegen als Mitglied in der Allianz für Suizidprävention.

Gesetzlich bestimmte Aufgabe der Bundesprüfstelle ist die Indizierung von Medien (Träger- und Telemedien), die geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu gefährden.

Über die in § 18 Absatz 1 Jugendschutzgesetz gesetzlich genannten Jugendgefährdungstatbestände hinaus nimmt die BPjM nach ihrer Spruchpraxis auch solche Medien in die Liste jugendgefährdender Medien auf, in denen selbstschädigendes Verhalten nahe gelegt wird. Insbesondere kann das Propagieren des Selbstmordes oder auch die bloße (technische) Anleitung zum Suizid in Medien zu deren Indizierung führen, sofern sie ihrem Inhalt nach geeignet sind, falsche Vorstellungen bei Kindern oder Jugendlichen über den Wert des eigenen Lebens hervorzurufen oder zu bestärken.

Neben der Konfrontation mit jugendgefährdenden Medieninhalten gibt es aufgrund der durch die Digitalisierung gekennzeichneten Mediennutzungsrealität von Kindern und Jugendlichen weitere Risikodimensionen, die ein gutes Aufwachsen mit Medien und damit die digitalen Kinderrechte auf Schutz, Befähigung und Teilhabe gefährden. Hierzu gehören auch Gefährdungsphänomene, die mittelbar oder unmittelbar ein selbstschädigendes Verhalten beeinflussen, wie beispielsweise Suizidforen, Pro-Ana-/Pro-Mia-Foren, gesundheitsgefährdende Challenges, exzessive Selbstdarstellung und Cybermobbing.

Im digitalen Zeitalter bedarf es eines intelligenten Chancen- und Risikomanagements zur Gestaltung und Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendmedienschutzes im 21. Jahrhundert, dessen Ziel die Verwirklichung der digitalen Kinderrechte auf Schutz, Befähigung und Teilhabe ist. Die Bundesprüfstelle koordiniert mit diesem Ziel den jugendpolitischen Strategieprozess von Bund und Ländern „Digitales Aufwachsen. Vom Kind aus denken. Zukunftssicher handeln.“. Das Konzept der Gefährdungserhebung – Gefährdungsanalyse – Gefährdungsbegegnung wird im Rahmen der ZUKUNFSTWERKSTATT bei der BPjM umgesetzt. Die ZUKUNFTSWERKSTATT ist der Rahmen, innerhalb dessen die Akteure für ein gutes Aufwachsen mit Medien als themenbezogene Expertinnen und Experten in verschiedenen Arbeitsformaten in den Arbeitsprozess eingebunden werden.

Im Rahmen ihrer Zuständigkeit fördert die Bundesprüfstelle daher auch das Programmziel der suizidpräventiven Maßnahmen.

Informationen zu den Grundsätzen und Zielen des Nationalen Suizidpräventionsprogramms finden Sie hier.