Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien

Die CD „Frohes Fest“ der Band „Die Fantastischen Vier“ wird aus der Liste der jugendgefährdenden Medien gestrichen

Am 4. November 1993 hatte das 12er-Gremium der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien die Aufnahme der Maxi-CD „Frohes Fest“ der Band „Die Fantastischen Vier“ in die Liste der jugendgefährdenden Medien beschlossen (Indizierung). Indizierungsrelevant waren die Lieder „Frohes Fest“ und „Eins und Eins“. Nach Ablauf von 25 Jahren verliert die Aufnahme in die Liste ihre Wirkung, es sei denn, die Bundesprüfstelle stellt erneut die Voraussetzungen für eine Listenaufnahme fest. In der Sitzung des 12er-Gremiums vom 11.10.2018 waren die Prüferinnen und Prüfer nicht mehr der Auffassung, dass die Voraussetzungen zur Indizierung gegeben seien. Beim Titel „Frohes Fest“ dominiere die satirische Auseinandersetzung mit der oftmals überzeichneten Vorstellung einer „heilen Welt“, wie sie stereotyp mit dem Weihnachtsfest verbunden werde. Die Darstellung der Charaktere, die mittels sexuellem Missbrauch, Drogenkonsum und achtlosem Geschlechtsverkehr die Kontrapunkte zur „heilen Welt“ setzten, sei von Ironie geprägt. Diese Ironie strahle auch auf den Titel „Eins und Eins“ aus. Dieser enthalte zwar Beschreibungen im sexuellen Kontext, welche aber aus heutiger Sicht weder pornografisch noch unsittlich seien. Insbesondere sei die Darstellung der Vorgänge mit sexuellem Bezug durch die verwendeten künstlerischen Stilmittel eindeutig gebrochen, so dass eine jugendgefährdende Wirkung schließlich nicht zu befürchten sei. Mit der Bekanntmachung der Listenstreichung im Bundesanzeiger AT 29.10.2018 entfallen die Rechtsfolgen der Indizierung.
Über den von den Titeln ausgehenden Grad der Jugendbeeinträchtigung hatte die Bundesprüfstelle nicht zu entscheiden. Dieser wird aber beispielsweise durch Radiosender zu beachten sein, wenn es um die Festlegung der Sendezeit für die Titel geht.