Indizierung

Eine ausgestreckte Hand mit einem Warnzeichen
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Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien entscheidet auf der Grundlage des Jugendschutzgesetzes darüber, ob Träger- oder Telemedien in die Liste der jugendgefährdenden Medien (so genannter „Index“) aufgenommen oder aus ihr gestrichen werden. Indizierungsverfahren können nur auf Antrag oder Anregung hierzu berechtigter Stellen eingeleitet werden. Die Entscheidungen durch Prüfgremien erfolgen in gerichtsähnlichen Verfahren, in welchen die Wahrung sowohl der umfangreichen Anhörungsrechte als auch der Grundrechte der Verfahrensbeteiligten, wie etwa die Kunstfreiheit oder die Meinungsäußerungsfreiheit, garantiert ist. Mit dem Eintrag in die Liste jugendgefährdender Medien unterliegen diese Medien umfangreichen Vertriebs-, Verbreitungs- und Werbebeschränkungen, dürfen jedoch Erwachsenen weiterhin zugänglich gemacht werden, soweit dies nicht strafrechtlich untersagt ist.

Durch diese Zugangshürden realisiert sich das Recht von Kindern und Jugendlichen auf Schutz bezogen auf das Einzelmedium. Die Indizierung markiert durch die hieraus entstandene gefestigte Spruchpraxis zu jugendgefährdenden Medieninhalten auch gesellschaftliche Leitplanken, die die Übernahme sozialer Verantwortung für ein gutes Aufwachsen mit Medien greifbar macht und bietet damit eine wichtige Orientierungsfunktion für Eltern und medienpädagogisch Tätige.