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30.07.2018

IMMER BATTLEN? Rap und Gesellschaft

Luis Baltes, Martina Hannak, Miriam Davoudvandi und REDCHILD Martina Hannak mit den weiteren Teilnehmern der Diskussion

Martina Hannak im Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der HipHop-Szene

„Wird den Jugendlichen da vorgelebt, dass nur ein Gangster es schaffen kann? Ist der Rap wirklich nur böse? Wie können wir Jugendlichen in der Gesellschaft Selbstbewusstsein vermitteln, ohne stumpfe Rollenbilder zu bedienen und andere auszugrenzen? Welche Verantwortung haben die Künstler*innen und die Medien, welche der Staat? Und wie kontrollieren wir das?“

Diese Leitfragen wurden im Gespräch mit Martina Hannak, Vorsitzende der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien; Luis Baltes, Rapper, Songwriter und Mitglied der Band ‚Fünf Sterne deluxe‘; Miriam Davoudvandi, Chefredakteurin von splash! Mag sowie REDCHILD, Musiker, MC (Rapper), Rhythm and Poetry beleuchtet.

Die Beteiligten waren sich einig, dass es sich bei Rap und Gesellschaft um ein komplexes Thema handelt. Die Reaktionen auf die Verleihung des Musikpreises ECHO für das Album „Jung, brutal, gutaussehend 3“ der Interpreten Kollegah & Farid Bang haben einmal mehr sichtbar gemacht hat, dass es dabei um sozial-ethische Standards und damit im Kern um eine gesamtgesellschaftlich zu führende Wertedebatte geht.

Rap-Texte, die Frauen oder Homosexuelle diskriminieren, verrohend wirken oder rassistisch sind, sind jugendgefährdend, weil sie gegen verfassungsmäßig verankerte Grundwerte verstoßen. Die pauschale Herabwürdigung wegen des Geschlechts, der sexuellen Identität oder der Herkunft verstößt gegen das Toleranz- und Gleichbehandlungsgebot!

Auch die Kunstfreiheit ist grundgesetzlich verankert. Letztlich endet das Recht der einen jedoch da, wo in Rechte anderer eingegriffen wird. Diese Grenzen muss Gesellschaft immer wieder neu aushandeln, um damit in den aktuellen Debatten immer wieder die gestellte Frage zu beantworten, was Kunst darf.

Dieser Aushandlungsprozess findet u.a. Widerhall in der im Rahmen von Indizierungsverfahren vorzunehmenden Abwägung der Belange des Jugendschutzes mit jenen der Kunstfreiheit.

„Für einen zukunftsfähigen Jugendmedienschutz bedarf es eines gesellschaftlichen Zusammenschlusses in Form einer Verantwortungsgemeinschaft, um ein intelligentes Risikomanagement zu etablieren, das die digitalen Kinderrechte auf Schutz, Förderung und Teilhabe sichert“, so die Vorsitzende Martina Hannak.

Die Bundesprüfstelle initiiert und koordiniert deshalb in der „ZUKUNFTSWERKSTATT bei der BPjM“ einen jugendpolitischen Strategieprozess, der dieses Ziel nachhaltig verfolgt.

REDCHILD bei der Diskussion "IMMER BATTLEN? Rap und Gesellschaft"