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12.03.2018

BPjM-Aktuell 01/2018 erschienen

Schwerpunkt Pornografie – Posendarstellungen nach der Reform des Sexual-strafrechts – Gastbeitrag von Johannes-Wilhelm Rörig (UBSKM)

Die neue Ausgabe des  amtlichen Mitteilungsblatts der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM), BPjM-Aktuell, enthält einen Rückblick auf die Spruchpraxis der BPjM im Jahr 2017. Die nach wie vor hohen Fallzahlen im Bereich der  Pornografie wurden zum Anlass genommen, sich mit diesem Phänomen vertiefter auseinanderzusetzen. Insbesondere die Straftatbestände der Kinder- und Jugendpornografie und ihre Neufassung im Zuge der Sexualstrafrechtsreform 2015 sind Gegenstand der Erörterung.

189 Indizierungen bei einfacher Pornografie und 180 bei harter Pornografie, davon 104 im Bereich der Kinderpornografie  – so stellt sich die Jahresstatistik 2017 der BPjM dar. Weitere Jugendgefährdungstatbestände mit hoher Relevanz in 2017: Extremismus und Verherrlichung/Verharmlosung des Drogenkonsums („Legal Highs“).

Pornografie rückt auch ins Zentrum der Betrachtung, weil das Sexualstrafrecht im Bereich der Kinder- und Jugendpornografie im Jahr 2015 verschärft worden ist. Bereits 2014 hatte zudem der Bundesgerichtshof konkretisiert, was „pornografisch“ im Kontext  sexualisierter Darstellung von Kindern meint und dabei klar gemacht, dass Kinderpornografie keine Pornografie wie jede andere sei, sondern eine Sonderstellung einnehme.  Der Anstieg der Indizierungen im Bereich der harten Pornografie geht auch auf die konsequente Anwendung des geänderten Sexualstrafrechts zurück.

Einen Gastbeitrag zum Heft leistete der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) Johannes-Wilhelm Rörig. Das Internet entwickle sich zu einem „zentralen Tatort für sexuelle Gewalt“, so seine These. In seinem Beitrag fordert er, dass mindestens 0,5 Prozent des Digitalpaktes der Bundesregierung für Schutzmaßnahmen und Qualifizierung pädagogischen Personals zur Verfügung gestellt werden sollen. Außerdem solle die Wirtschaft im Bereich Kinder- und Jugendschutz mehr mitgenommen werden, denn  die groß­en Internet-Unternehmen müssten sich deutlich mehr engagieren und „Kinderschutz vor Gewinnmaximierung“ stellen. Rörig abschließend: „Deutschland darf kein zahnloser Tiger sein, über den Sexualstraftäter lachen.“

Des Weiteren enthält das Heft einen behördenspezifischen Jahresrückblick, der dokumentiert, dass 2017 für die BPjM von  zahlreichen Neuerungen  geprägt war.

Bezugsmöglichkeit:

Das BPjM-Aktuell kann von Erwachsenen über folgende Adresse bezogen werden: http://www.bundespruefstelle.de/bpjm/service,did=202208.html

Abruf der einzelnen Beiträge:

Jahresstatistik: http://www.bundespruefstelle.de/RedaktionBMFSFJ/RedaktionBPjM/PDFs/BPJMAktuell/bpjm-aktuell-201801-jahresstatistik,property=pdf,bereich=bpjm,sprache=de,rwb=true.pdf

Leitartikel BPjM-Aktuell 01/2018: Pornografische Medieninhalte als Schwerpunkt der Spruchpraxis 2017 – Erläuterung der Rechtsgrundlagen und der Belange des Jugendschutzes – von Martina Hannak, Dr. Daniel Hajok und Prof. Dr. Marc Liesching http://www.bundespruefstelle.de/RedaktionBMFSFJ/RedaktionBPjM/PDFs/BPJMAktuell/bpjm-aktuell-201801-pornografische-medieninhalte,property=pdf,bereich=bpjm,sprache=de,rwb=true.pdf2

Gastbeitrag des UBSKM http://www.bundespruefstelle.de/RedaktionBMFSFJ/RedaktionBPjM/PDFs/BPJMAktuell/bpjm-aktuell-201801-netz-tatort-sexuelle-gewalt,property=pdf,bereich=bpjm,sprache=de,rwb=true.pdf

Zusatzinformation:

I-KiZ Ausarbeitung:Posing http://www.jugendschutz.net/fileadmin/download/pdf/Typische_Merkmale_der_Erscheinungsformen_von_Posendarstellungen-UND-Kriterienraster_Alltagsdarstellungen_in_sexualisierendem_Kontext.pdf

ausgewählte Beiträge aus BPjM/BPjS-Aktuell: http://www.bundespruefstelle.de/bpjm/Service/Publikationen/bpjm-bpjs-aktuell.html