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04.10.2017

Indizierter "Erziehungsratgeber" erhält Neuauflage

Deutschlandfunk berichtet über Neuauflage des indizierten Erziehungsratgebers "Eltern - Hirten der Herzen"

Das 2001 erstmals in deutscher Sprache erschienene und durch die BPjM indizierte Buch "Eltern - Hirten der Herzen" (Autor: Tedd Tripp) erhält laut Medienberichten eine Neuausgabe unter dem Titel "Kinderherzen erziehen".

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) befasste sich im Jahre 2013 aufgrund einer Anregung mit der jugendgefährdenden Wirkung des Buches und entschied das Buch in die Liste jugendgefährdender Medien einzutragen.

Das Buch ist als jugendgefährdend zu bewerten, weil es die Anwendung von Gewalt in der Kindererziehung sogar als absolutes Muss anpreist. Als besonders gravierend hat das Gremium auch die Tatsache angesehen, dass die Züchtigung für kleinere Kinder (Säugling bis zum Vorschulalter) eher gefordert wird als für ältere Kinder, für die neben der Züchtigung die Kommunikation ebenso (aber nur ebenso) entscheidend sei. In der Entscheidung heißt es wörtlich: "Alle Regelungswerke und Unterstützungsangebote stellen eindeutig klar, dass das gewaltfreie Aufwachsen von Kindern ein von der Gesellschaft uneingeschränkt geschütztes Gut ist. Dieses Buch vermittelt eine völlig diametrale Botschaft, nicht nur mit der Forderung, man solle Kinder züchtigen, sondern auch mit der Forderung, Eltern müssten so handeln, dieses sei ihre Pflicht."

Darüber hinaus verpflichtet Artikel 19 der Kinderrechtskonvention alle Vertragsstaaten Kinder vor jeder Form körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung sowie Mißhandlung und Verwahrlosung zu schützen. Diese Rechte des Kindes werden in dem Buch konsequent negiert bzw. vereitelt.

Gesetzlich bestimmte Aufgabe der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) ist die Indizierung von Medien (Träger- und Telemedien), die geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemein­schaftsfähigen Persönlichkeit zu gefährden. Dies erfolgt grundsätzlich auf Antrag oder Anregung von Stellen, die nach dem Jugendschutzgesetz (JuSchG) hierzu ermächtigt sind.