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Titelbild der Rubrik: Jugendmedienschutz: Medienerziehung

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Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Ein Projekt macht Schule

Die Idee von "Schule ohne Rassismus" wurde 1988 von SchülerInnen und JugendarbeiterInnen in Belgien entwickelt. Sie wollten auf diese Weise aktiv gegen Diskriminierung und Rassismus eintreten. Das Projekt war so erfolgreich, dass es 1992 als School Zonder Racisme in den Niederlanden eingeführt und 1995 von AKTIONCOURAGE e.V. in Deutschland initiiert wurde. Auch in Österreich und in Spanien gibt es mittlerweile "Schulen ohne Rassismus".

Europaweit sind bereits mehr als 700 Schulen ausgezeichnet worden, bundesweit 304 Schulen (Stand: Oktober 2006), verteilt auf alle Bundesländer. Derzeit arbeitet das Projekt vor allem daran, den Gedanken von "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" in den neuen Bundesländern zu verbreiten.

Seit Ende 2000 ist Sanem Kleff (Vorstandsmitglied bei AKTIONCOURAGE e.V.) Leiterin des Bundesprojektes. Die Erweiterung des Titels in "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" soll die aktive Rolle der Beteiligten stärker hervorheben. 2001 wurde die Bundeskoordination des Projektes von Bonn nach Berlin verlegt.

Die Ziele

  • Sensibilisierung von SchülerInnen für alle Formen von Diskriminierung und Rassismus
  • Förderung des Engagements von SchülerInnen gegen Diskriminierung und für Integration und Chancengleichheit
  • Förderung humaner und demokratischer Denk- und Handlungsmuster bei SchülerInnen
  • Qualifizierung von SchülerInnen und LehrerInnen
  • Nachhaltiger Abbau von Rassismus, Diskriminierung und Gewalt in unserer Gesellschaft

Wie wird man eine Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage?
SchülerInnen erhalten von der Bundeskoordination mit der "Start-Info" das Angebot, für ihre Schule den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" zu erlangen.
Hierzu müssen sich mindestens 70 Prozent aller Schulangehörigen (SchülerInnen, LehrerInnen und andere Schulbedienstete) durch ihre Unterschrift zu den Grundsätzen von "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" bekennen. Damit erklären sie, sich langfristig mit Aktionen und Projekten an ihrer Schule gegen Gewalt, Diskriminierung und Rassismus zu engagieren. Gleichzeitig suchen sich die SchülerInnen eine prominente Persönlichkeit, die die Patenschaft übernimmt. Die Unterschriften werden bei der Bundeskoordination eingereicht. Im Gegenzug verleiht
die Bundeskoordination der Schule dann in einem Festakt den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage".
Die ausgezeichneten Schulen sind damit Teil des europäischen Netzwerkes, das sich in regelmäßigen Abständen bei SchülerInnentreffen auf Bundesebene und europäischer Ebene trifft und austauscht.

Das Netzwerk
Die SchülerInnen werden bei ihren Aktivitäten von einem Kooperationsnetz unterstützt. Dieses besteht aus der Bundeskoordination, den Landeskoordinationen sowie aus regionalen und überregionalen Kooperationspartnern. Hierzu gehören zivilgesellschaftliche Gruppen, Organisationen der Jugendarbeit, NGO's, Landesverbände der GEW und staatliche Stellen wie die Landeszentralen für politische Bildung.
Das Kooperationsnetz bietet Beratung und Information für SchülerInnen, aber auch für PädagogInnen und MultiplikatorInnen an.

Besonderheiten
"Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ist ein Projekt von unten, das aus den Reihen der SchülerInnen kommt. Die Entwicklung der Aktionsideen und deren Umsetzung erfolgt in ihrer eigenen Initiative, wobei sie nach Möglichkeit mit den LehrerInnen kooperieren.
Durch die handlungsorientierte Ausrichtung des Projektes wird Sach- und Fachwissen nicht nur intellektuell vermittelt, sondern mit sozialer und praktischer Erfahrung verknüpft. Die SchülerInnen erlernen so wichtige Schlüsselqualifikationen für ihren künftigen beruflichen Werdegang und ihre Rolle als mündige Bürgerinnen und Bürger. Hierzu gehören nicht nur vordergründig interkulturelle Kompetenz, Demokratiebewusstsein und gesellschaftliches Teilhaben, sondern auch selbständiges Planen und Umsetzen von Projektideen mit einhergehender fachlicher Qualifizierung je nach Projektart (z.B. Internet, Öffentlichkeitsarbeit, Dokumentation, Management, Kunst, Menschenrechte) sowie Arbeiten im Team und innerhalb eines Kooperationsnetzes.

Auszeichnungen
Das Projekt wurde bereits mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt. So erhielt es den Jugendkulturpreis NRW (1996 und 1998), den Förderpreis "Demokratie leben" des Deutschen Bundestages (1997 und 1999), den Aachener Friedenspreis (1997), den Civis-Preis des WDR Köln (1997), den Heinrich-Bußman-Preis der SPD Lünen (1997), die Buber-Rosenzweig-Medaille vom Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (2001) und den Preis "Botschafter der Toleranz" vom Bündnis für Demokratie und Toleranz (2004).

Kontaktadresse:
Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage
Bundeskoordination
Ahornstr. 5, D-10787 Berlin
Tel.: 030 / 21 45 86 - 0, Fax: 030 / 21 45 86 - 20
e-mail: schule@aktioncourage.org
Internet: www.schule-ohne-rassismus.org