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Titelbild der Rubrik: Jugendmedienschutz: Medienerziehung

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EXIT - Deutschland: Hilfe für Aussteiger aus der rechtsradikalen Szene

EXIT-Deutschland ist eine von Ex-Kriminaloberrat Bernd Wagner und Ex-Naziführer Ingo Hasselbach mit Hilfe der Amadeu Antonio Stiftung und der Freudenberg Stiftung gegründete Initiative, die seit Sommer 2000 für Aussteiger aus der rechtsradikalen Szene Hilfe zur Selbsthilfe bietet. Die Initiative wird durch die stern-Aktion "Mut gegen rechte Gewalt" unterstützt.

In Skandinavien gab es 2000 bereits positive Erfahrungen mit der Initiative EXIT, die "Hilfe zur Selbsthilfe" bietet und Aussteigewillige bei der Abkehr vom Rechtsextremismus unterstützt. Mit Spendengeldern aus der stern-Aktion "Mut gegen rechte Gewalt" war es möglich, EXIT auch in Deutschland ins Leben zu rufen - bis heute die einzige zivilgesellschaftliche Initiative, die Aussteigern hilft. 

EXIT will der extremen Rechten ihr wichtigstes Element entziehen: ihre AktivistInnen. Die Initiative bietet Aussteigewilligen eine Perspektive jenseits des braunen Dunstkreises. Dahinter steht der Gedanke, dass jede/r, die/der aus der rechten Szene gelöst werden kann, ein gesellschaftlicher Gewinn ist. Die rechtsextreme Szene gibt niemanden widerstandslos frei! Deshalb ist es notwendig, die bisherige Lebenswelt zu verlassen und eine neue aufzubauen. Dabei versucht EXIT zu helfen, vermittelt Kontakte und leistet praktische Hilfe, handelt aber auch präventiv, indem es Aufklärungsarbeit leistet.

Die Initiative kann prinzipiell allen Personen helfen, die aus eigener Motivation die rechtsextreme Szene verlassen wollen. Das Konzept setzt voraus, dass die Herstellung des Erstkontaktes durch die ausstiegswillige Person geschieht, denn diese Eigeninitiative ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgversprechende Arbeit. Im zweiten Schritt analysiert EXIT gründlich die individuelle Situation und erstellt ein Bedürfnisprofil. Wichtig ist dabei, wo und wie jemand in die rechtsextreme Szene involviert war, wie seine persönliche und berufliche Situation aussieht. Ein bloßer Rückzug aus dem rechtsextremen Umfeld und der Verzicht auf Straftaten allein sind für EXIT noch kein Kriterium für einen erfolgreichen Ausstieg. Schwerpunkt der Ausstiegsbegleitung ist die inhaltliche Aufarbeitung des rechtsextremen Weltbildes und der in der rechtsextremen Szene angeeigneten, unsozialen Verhaltensweisen.

EXIT versteht sich als bundesweites Netzwerk aus haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, Aussteigerinnen und Aussteigern, Eltern, Initiativen usw. So können Fälle dezentral bearbeitet und optimal betreut werden. Dabei wird die Kooperation mit Verbänden und Vereinen, aber auch mit staatlichen Stellen angestrebt und Kontakte zu Einrichtungen vermittelt, die sich auf unterschiedlichste Weise mit Rechtsextremismus beschäftigen. Seit 2004 ist EXIT-Deutschland Bestandteil der ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur gGmbH.

EXIT-Deutschland wird in den fünf neuen Bundesländern und Berlin durch das Programm "Civitas" gefördert.