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Inhalt

Lese- und Hörmediennutzung von Kindern und Jugendlichen

LESEN

Auch wenn es immer wieder befürchtet wird: Das Lesen von Büchern und Zeitschriften verschwindet nicht aus dem Alltag der Kinder und Jugendlichen.

Gut die Hälfte der Kinder liest gerne
Je 33 % der Mädchen und Jungen im Alter von 6 bis 13 Jahren liest gerne, 18 % der Mädchen und 16 % der Jungen liest sogar sehr gerne. Jungen lesen wiederum häufiger Comics als Mädchen. Vier Fünftel der Kinder lesen wenigstens gelegentlich in einer Zeitschrift. Dies wird in der KIM-Studie 2008 des Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest  festgestellt (KIM-Studie 2008, S. 23).

Jugendliche: Mädchen lesen lieber als Jungen
Entgegen allen Befürchtungen hat das Buch in den letzten 10 Jahren nicht an Bedeutung für Jugendliche verloren. Die Wissenschaftler des Medienpädagogischer Forschungsverbundes Südwest stellten in der JIM-Studie 2010, die das Medienverhalten der 12-19-jährigen Jugendlichen untersucht fest: „Betrachtet man die Buchnutzung genauer, zeigt sich erneut das große Missverhältnis zwischen Jungen und Mädchen beim Interesse an Büchern. Knapp die Hälfte der Mädchen greift mehrmals pro Woche zu einem Buch, jedoch nur 28 Prozent der Jungen. Diese Tendenz zeigt sich auch bei den totalen Leseverweigerern: jeder vierte Junge aber nur jedes zehnte Mädchen liest nie ein Buch“ (JIM-Studie 2010, S. 23/24).

Lesehäufigkeit abhängig von der Schulbildung
In der JIM-Studie wird festgestellt, dass das Interesse Jugendlicher am Lesen auch in einem Zusammenhang mit ihrer formalen Bildung steht. Danach liest „nur jeder fünfte Jugendliche an der Hauptschule bzw. mit Hauptschulabschluss … regelmäßig“ (JIM-Studie 2010, S. 24) und mehr als ein Drittel von ihnen überhaupt nicht. Dagegen lesen fast 50% der Gymnasiasten bzw. der Jugendlichen mit Abitur regelmäßig Bücher und 10% interessieren sich dafür überhaupt nicht (ebenda).

Lesekompetenz: Grundlage von Medienkompetenz
Kinder brauchen Anreize aus ihrer Umwelt, die sie zum Lesen, aber auch zu anderen Aktivitäten ermutigen. Nur so können sie wichtige Grundkompetenzen erlernen. Eine dieser Grundkompetenzen ist die Lesekompetenz, die auf der Grundlage des Lesevermögens vor allem das Leseverstehen umfasst. Die verschiedensten wissenschaftlichen Ansätze – egal ob aus den Medienwissenschaften, der Psychologie oder der Pädagogik stammend – sind sich einig: Lesekompetenz ist die Basis für Medienkompetenz, die den kompetenten Umgang sowohl mit den alten als auch mit den Neuen Medien erst möglich macht. „Der Schweizer Medienexperte Heinz Bonfadelli verweist in seinen Studien zur „Wissenskluft“ immer wieder auf den Zusammenhang zwischen Lesehäufigkeit und Medienkompetenz. Demnach können Menschen, die häufig Bücher lesen auch Hörfunkjournalen und Fernsehsendungen komplexere Informationen entnehmen“ (Haug, Katja (17.08.2005): Lesekompetenz: „Führerschein für die Datenautobahnen der Zukunft“. In: www.lesen-in-deutschland.de. URL: http://www.lesen-in-deutschland.de/html/content.php?object=journal&lid=581 [15.02.2011)]).

HÖREN

Musik ist auch für Kinder wichtig
Bereits für Kinder ist Musik wichtig. Vier von fünf Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren interessieren sich für das Thema „Musik“. "Ein Viertel der Kinder hört jeden oder fast jeden Tag Musik-CDs, fast zwei Fünftel nutzen nutzen zumindest einmal die Woche MP3-Files und ein Fünftel musiziert mindestens einmal pro Woche. 58 Prozent der 6- bis 13-Jährigen geben an, eine Musikband, eine Sängerin oder einen Sänger zu haben, der ihnen besonders gut gefällt" (KIM-Studie 2008, S. 19).

Musik hat aber vorallem "in der Adoleszenz von Jugendlichen eine immense Bedeutung"
„Die große Bedeutung der Musik unter Jugendlichen spiegelt sich auch in deren Tagesablauf wider, so hat das Radio beim Aufstehen und bei den Mahlzeiten eine klare Rolle als Begleitmedium. Von den 12 bis 19 jährigen Jugendlichen hören der JIM-Studie zur Folge 74% regelmäßig Radio. Den MP3-Player bzw. CDs nutzen Jugendliche vor allem auf dem Weg zur Schule (bzw. zur Arbeit), in Pausen, beim Lernen und beim Schlafengehen“ (JIM-Studie 2010, S. 14).
„Das Thema Musik hat in der Adoleszenz von Jugendlichen eine immense Bedeutung. Musik dient einerseits zur Identitätsfindung und Abgrenzung von anderen, anderseits spielt Musik bei der Kompensation von Gefühlen eine wichtige Rolle (Moodmanagement)“  (JIM-Studie 2010, S. 16).

Literatur/ Quellen:

  • Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (Hrsg.) (2008): KIM-Studie 2008. Kinder + Medien, Computer + Internet. Stuttgart.
  • Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (Hrsg.) (2010): JIM-Studie 2010. Jugend, Information, (Multi-)Media. Basisstudie zum Medienumgang 12-19-Jähriger in Deutschland. Stuttgart.

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