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Titelbild der Rubrik: Jugendmedienschutz: Medienerziehung

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Hip-Hop-Musik: 10 Fragen und Antworten zum medienpädagogischen Umgang

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01 Was ist Hip-Hop?
Hip-Hop bezeichnet sowohl eine Musikrichtung, als auch eine Jugendkultur mit den Elementen Rap, DJing, Breakdance und Graffiti. Die gewalttätige Auseinandersetzung in den Ghettos amerikanischer Großstädte (battle) wurde im Hip-Hop in eine nicht gewalttätige, künstlerische Form transformiert, den Battle-Rap. Seit Mitte der 90er Jahre gehört die Hip-Hop-Szene in vielen Formen zu den populärsten Jugendkulturen in Deutschland mit weit über drei Millionen Interessierten.

02 Wieso schreckt die Sprache des Hip-Hop ab?
Die Sprache im Battle-Rap ist gewalthaltig. Die Begriffe werden jedoch sowohl im realen als auch in einem symbolischen Sinn gebraucht: Die Hip-Hop-Sprache mag daher ein für Eingeweihte verständlich sein, im allgemeinen Sprachgebrauch haben diese Codes oft beleidigende oder diskriminierende Bedeutung und können somit keine gesellschaftliche Akzeptanz für sich in Anspruch nehmen. Über 50 Hip-Hop-CDs, die bisher indiziert wurden, bilden allerdings nur einen Bruchteil einer viel reichhaltigeren globalen Musikszene und Jugendkultur ab.

03 Wieso müssen Grenzüberschreitungen auch in der Musik sanktioniert werden?
Grenzüberschreitungen bieten den Jugendlichen das Material, die für sie wichtigen zentralen Werte, Normen, Rollenmuster und alltagsästhetischen Lebensstile in sozialer Kommunikation auszuhandeln. Mit seinem "So-tun-als-ob" sucht der Rapper den "Raum" zum Probehandeln; es besteht die Vorstellung, im Einüben in die Welt der Erwachsenen relativ folgenlos Fehler machen zu können. Frauendiskriminierung, Anreizen zu Gewalt und Verherrlichung von Drogenkonsum müssen jedoch sanktioniert und erzieherisch behandelt werden. Eltern müssen die Auseinandersetzung mit ihren Kindern über gewalthaltige und verrohende Texte suchen und führen. Machen Sie als Eltern Ihren Kindern deutlich, dass Sie diese Grenzüberschreitung weder im Handeln noch in der Sprache dulden.

04 Soll ich meinem Kind Hip-Hop-Musik verbieten?
Musik hat für Jugendliche neben dem aktiven Musizieren eine wichtige Funktion des Moodmanaging, der Unterstützung der eigenen Gefühle durch Musik. Die Frage müsste daher nicht lauten: Hip-Hop Ja oder Nein, sondern eher: Welche Art von Hip-Hop?

05 Wieso ist die Sprache so wichtig?
Es gibt auch den kreativen Rap der Wortakrobaten. 1992 hat der erste Hip-Hop-Song die Charts angeführt und Deutschrap auch außerhalb der eigenen Reihen bekannt gemacht. Dieser kreative Hip-Hop erfordert sprachliche Ausdrucksfähigkeit. Sie ist auch eine entscheidende Voraussetzung für die gesellschaftliche Integration der in Deutschland lebenden Migranten und Migrantinnen. Gemeinsam zu Rappen wird zur Motivation, die deutsche Sprache zu erlernen. Den Hip-Hop-Slang gilt es dann wiederum als Basis zu nutzen, um die Deutschkenntnisse weiter zu verbessern.

06 Was leistet Hip-Hop zur Integration?
Die Hip-Hop-Kultur ist eine "glokale" Kultur: Sie ist global verbreitet und besteht aus einer Vielzahl differenter lokaler Kulturen. Ein Beweis für die Authentizität eines Hip-Hoppers ist die Verbundenheit mit dem Heimatort. Bei Auftritten und in Battles gilt es, die eigene Crew und Heimatstadt zu repräsentieren. Dies ist aber zugleich die Chance, dass Migrantenkinder und -Jugendliche über diese Identifikation das Gefühl entwickeln, hier zuhause zu sein.

07 Was bedeutet Hip-Hop für Jugendliche?
Jugendkultur ist heute Teil des Lebensstils von Jugendlichen. Das gemeinsame Feiern und "Chillen" sind wichtige Bestandteile von Hip-Hop Partys. Für die Mehrzahl ist mit der Vorliebe für Hip-Hop-Musik auch der Freundeskreis und das Freizeitverhalten eingeschlossen sowie Kleidung und Accessoires. Auch deshalb sind - wie immer im Erziehungsprozess - viele sensible Aspekte gleichzeitig zu beachten und man muss dabei behutsam vorgehen. Letztlich sind nur die Eltern in der Lage, für ihr Kind passenden Entscheidungen zwischen Verständnis und Vertrauen zu treffen, aber auch Grenzen zu setzen.

08 Wie ist "Porno-Rap" in der Medien-Erziehung zu behandeln?
Einige Texte haben pornografische Inhalte, andere sind frauendiskriminierend oder vermischen Sexualität und Gewalt. "Porno-Rap" Jugendlichen nicht zugänglich zu machen heißt: Dem Gewöhnungseffekt der Frauendiskriminierung frühzeitig gegenzusteuern, Lusterlebnis und Gewalt zu trennen und einer gefühlsbejahenden Sexualerziehung den Weg zu bereiten.

09 Warum ist der aktive Umgang mit Medien zu fördern?
Gelungene Medienerziehung heißt, den Schritt vom passiven Konsum zur aktiven Beteiligung zu schaffen. Die Zusammenarbeit von Schulen, offener Jugendarbeit und medienpädagogischen Einrichtungen eröffnet zusätzliche Chancen. Kreativangebote zur aktiven Medienarbeit drängen sich geradezu auf: Die Kinder und Jugendlichen nehmen die Angebote (Film-, Radio-, Handy-, Hip-Hop-Workshops) gerne an ("anders als Schule") und Fachleute und Mittel stehen zur Verfügung.

10 Welche Möglichkeiten bietet Hip-Hop zur Medienerziehung?
Das zentrale Anliegen medienpädagogischer Arbeit mit Hip-Hop ist es, Jugendlichen positive, kreative und aktive Zugänge zu den Medien zu erschließen und für das Zusammenleben mit anderen Reflexionsprozesse anzustoßen, ihr Unrechtsbewusstsein zu entwickeln, sie für Ursachen von Diskriminierung und Gewalt zu sensibilisieren. In aktiven Medienprojekten (wie z.B. Hip-Hop-Workshops) lernen sie, Medien kritisch zu beurteilen und eigene kreative Formen des Umgangs mit ihnen zu entwickeln. Die Themen und Ausdrucksmittel des Hip-Hop sind vielfältig und multikulturell. Sie motivieren Jugendliche zum Einstieg, bieten aber zudem alle Elemente zur Entwicklung von einer Subkultur zur etablierten Kultur.

Unter "Weitere Informationen" (siehe unten) und der Überschrift "Aktive Medienarbeit vor Ort" werden hier in der erweiterten Fassung dieses Textes dafür vielfältige Beispiele vorgestellt.



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Hip-Hop Berlin 07 Europacenter skating