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Hip-Hop-Musik: 10 Fragen und Antworten zu gesetzlichen Regelungen
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01 Gibt es verbindliche Alterskennzeichnungen für Tonträger?
Eine Alterseinstufung aufgrund gesetzlicher Jugendschutzbestimmungen wie etwa bei Filmen (FSK) oder Computerspielen (USK) gibt es für Musik - und andere Tonaufnahmen nicht. Insbesondere obliegt es daher im Bereich der Tonträger den Erziehenden, darauf zu achten, dass ihre Kinder nur der Altersgruppe entsprechende Musik hören.
Musik - und andere Tonaufnahmen können jedoch, sofern sie jugendgefährdend sind, auf Antrag oder Anregung einer antrags- oder anregungsberechtigten Stelle von der BPjM indiziert werden.
02 Was ist eine Indizierung?
Indizierung ist die Aufnahme eines Mediums in die Liste der jugendgefährdenden Medien ("Index"). Die Aufnahme wird durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) veranlasst und hat weit reichende Abgabe-, Vertriebs- und Werbebeschränkungen zur Folge.
03 Welche Rechtsfolgen hat die Indizierung?
Indizierte Tonträger (z.B. CD, LP, MC) dürfen insbesondere nicht in Läden angeboten oder
ausgestellt werden, die Kindern und Jugendlichen zugänglich sind, das heißt sie dürfen nur "unter dem Ladentisch" verkauft werden. Sie dürfen auch nicht öffentlich, z.B. mit Plakaten beworben werden. Wer Kindern und Jugendlichen eine indizierte CD zugänglich macht, begeht eine Straftat.
Zuständig für die Überwachung und Einhaltung dieser Vorschriften sind die
Strafverfolgungsbehörden.
04 Wann wird eine Hip-Hop-CD indiziert?
Eine CD wird indiziert, wenn die Gremien der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zu der Entscheidung gelangen, dass der Inhalt der CD (z.B. Liedtexte, Booklet) jugendgefährdend ist. Im Bereich der Hip-Hop-Musik werden Indizierungen häufig ausgesprochen, weil die CD unsittliche, Frauen diskriminierende oder verrohend wirkende Inhalte aufweist oder in den Liedtexten der Drogenkonsum verherrlicht oder zu Gewalttätigkeiten angereizt wird.
05 Trifft die Indizierung einer CD eine Aussage über die Jugendgefährdung aller CDs des betreffenden Interpreten?
Im Rahmen eines Indizierungsverfahrens wird nur das konkrete Album bewertet. Es wird damit keine Aussage über andere Werke des Interpreten oder der Interpretin oder den Künstler oder die Künstlerin selbst getroffen.
06 Sind mit einer Indizierung automatisch alle auf der CD befindlichen Titel als jugendgefährdend eingestuft?
Es werden nicht einzelne Lieder in die Liste der jugendgefährdenden Medien aufgenommen, sondern der Tonträger in seiner Gesamtheit. So kann zwar ein einzelnes Lied ausschlaggebend für die Indizierung sein, indiziert wird jedoch die CD insgesamt. Dem Interpreten bleibt es dann unbenommen, die nicht indizierungsrelevanten Lieder auszukoppeln und neu auf den Markt zu bringen.
07 Woher weiß ich, welche Lieder einer CD als jugendgefährdend eingestuft worden sind?
In die Liste der jugendgefährdenden Medien werden der Titel des jeweils indizierten Albums so wie der Name des Interpreten eingetragen. Sie haben jederzeit die Möglichkeit, bei der BPjM die für die Indizierung ausschlaggebenden Liedtitel zu erfragen. Sämtliche Kontaktmöglichkeiten, insbesondere der Hinweis auf das Servicetelefon der BPjM finden Sie in dieser Broschüre.
08 Können Eltern CDs indizieren lassen?
Wenn Ihnen der Inhalt einer CD jugendgefährdend erscheint, können Sie sich zunächst bei der Bundesprüfstelle erkundigen, ob der Tonträger bereits indiziert ist. Privatpersonen können nicht unmittelbar die Aufnahme eines Indizierungsverfahrens bei der BPjM beantragen. Sie finden jedoch in Ihrer Nähe eine Stelle, von der aus ein Indizierungsverfahren in Gang gesetzt werden kann. Dies sind z.B. alle Jugendämter und anderen Behörden sowie alle anerkannten Träger der freien Jugendhilfe (z.B. Deutscher Kinderschutzbund e.V., Deutsches Kinderhilfswerk e.V.).
09 Dürfen Eltern ihren Kindern indizierte CDs zugänglich machen?
Eltern genießen nach dem Jugendschutzgesetz das so genannte „Erziehungsprivileg“. Das heißt die Strafvorschriften bei Verstoß der jugendschutzrechtlichen Beschränkungen finden keine Anwendung, wenn Eltern oder sonstige Personensorgeberechtigte das Medium einem Kind oder einer jugendlichen Person anbieten, überlassen oder zugänglich machen. Die enge Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern gestattet es in besonderem Maße, Medienkompetenz zu vermitteln. Zur Medienerziehung gehört auch, dass sich Eltern mit ihren Kindern über jugendgefährdende Inhalte auseinandersetzen. Dieses Privileg findet seine Grenzen, sobald Eltern durch das Zugänglichmachen ihre Erziehungspflicht gröblich verletzen.
Dieses Privileg kann nicht auf andere Personen, wie ältere Geschwister, Babysitter oder andere Aufsicht führende Personen übertragen werden.
10 Gibt es CDs aus dem Bereich Hip-Hop, die auch für Erwachsene verboten sind?
Einige CDs aus dem Bereich Hip-Hop sind bundesweit beschlagnahmt. Hier ist auch die Verbreitung unter Erwachsenen verboten.
Beschlagnahmen von Medien gehören nicht zu dem Tätigkeitsbereich der Bundesprüfstelle. Sie sind Aufgabe der Strafverfolgungsbehörden. Die Staatsanwaltschaften sind die hierfür zuständigen Stellen. Sie müssen bei Gericht einen entsprechenden Beschlagnahmebeschluss erwirken. Zu den häufigsten Fällen im Bereich der Hip-Hop-Musik zählt die Beschlagnahme von Medien, die den Straftatbestand des § 131 StGB (Gewaltdarstellung) oder des § 184a StGB (Gewaltpornographie) erfüllen.


