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Titelbild der Rubrik: Jugendmedienschutz: Medienerziehung

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Gewalt- und Pornovideos auf Schülerhandys: Medienpädagogische Empfehlungen für Eltern

Um Kinder und Jugendliche wirksam vor den Einflüssen gefährdender Medieninhalte zu schützen, müssen rechtliche Maßnahmen durch pädagogisches Handeln ergänzt werden. Gewalt und die Darstellung von Gewalt ist keine Frage mit der sich die Schule erst mit der Verbreitung von Gewaltvideos auf Schülerhandys auseinander setzt. Viele bewährte Lösungsstrategien können somit auch auf diese Problematik übertragen werden.
Wie geht man daher aus medienpädagogischer Sicht mit Gewalt- und Pornovideos auf Schülerhandys um?

Eltern sollten darüber informiert sein, welche technischen Möglichkeiten die Handys ihrer Kinder haben und welche Inhalte damit erreichbar sind. Im Vordergrund sollte dabei nicht die Kontrolle stehen, sondern der Wunsch, auf dem Laufenden zu bleiben: Kinder und Jugendliche sind oft geübter in der Nutzung neuer Medien und genießen bei der Vorführung und Erklärung die Rolle der Experten. Wenn sie ihre Eltern in die Handy-Technik einweisen, kommen zwangsläufig auch die Inhalte zur Sprache, bei deren Einschätzung umgekehrt die Kinder und Jugendlichen von der Erfahrung der Erwachsenen und ihrer Bewertung möglicher Risiken profitieren können.

Tipps zu Gewaltvideos auf Schülerhandys

  • Sprechen Sie Ihr Kind darauf an, dass Sie sich über seine Handynutzung, (z.B. nach Pressemeldungen über Gewaltvideos auf Handys) Sorgen machen.
  • Fragen Sie Ihr Kind, ob es derartige Videos oder Bilder bereits gesehen hat und was Ihr Kind dabei empfunden hat.
  • Führen Sie einen vertrauensvollen Dialog ohne Vorwürfe zu machen. Andernfalls traut sich Ihr Kind möglicherweise nicht mehr, weiterhin davon zu erzählen.
  • Lassen Sie sich, sofern es zutrifft, entsprechendes Bildmaterial zeigen und fragen Sie Ihr Kind, auf welchem Weg es daran gekommen ist.
  • Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass solche Inhalte "sozialschädlich" und daher strafbar sind. Mit dem Versuch, sich in die Opferrolle hineinzuversetzen lässt sich die Verletzung gemeinsamer Normen und Werte einsichtig machen.
  • Weisen Sie Ihr Kind auf realistische Konsequenzen weiterer missbräuchlicher Handy-Nutzung hin und versuchen Sie es dafür zu gewinnen, auch gegenüber Gleichaltrigen gegen bedenkliche Spiele oder Inhalte zu argumentieren.
  • Achten Sie darauf, Ihr Kind nicht zu isolieren und sein Vertrauen zu behalten. Suchen Sie Unterstützung bei den Eltern des Freundeskreises, bei Lehrkräften und Kontaktpersonen in der Freizeitgestaltung Ihrer Kinder (Jugendhaus, Verein, etc.).
  • Sprechen Sie sich mit o. g. Personen hinsichtlich gemeinsamer Maßnahmen ab. Damit werden Sie verhindern, dass Ihr Kind oder andere Ihnen die Rolle des "Bösewichtes" zuschreiben oder Sie als intolerant abstempeln. Versuchen Sie diejenigen, denen die Mediennutzung ihrer Kinder trotz aller Bemühungen um aufklärende Information gleichgültig bleibt, als Minderheit zu isolieren.
  • Melden Sie jugendgefährdende Inhalte an die zuständigen Stellen. Hilfestellung erhalten Sie am Service-Telefon der Bundesprüfstelle Tel. 0228/376631

[Internet und Handy: Chancen & Risiken]