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Titelbild der Rubrik: Jugendmedienschutz: Medienerziehung

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Chatten macht Spaß, kann aber auch gefährlich sein!

Chatten macht Spaß!
Chatten eröffnet Kindern und Jugendlichen eine andere Welt, in der sie nicht nur interessante Menschen kennen lernen, sondern  sich auch selbst ihren eigenen Vorstellungen entsprechend präsentieren können. Es macht ihnen Spaß, im Chat andere Rollen zu spielen und das Geschlecht oder Alter, das äußere Erscheinungsbild, Hobbys, Vorlieben, persönliche Eigenschaften, Wohnort etc. frei zu erfinden. Andererseits bietet ihnen die Anonymität der Chatrooms Gelegenheit, sich mit anderen Gleichgesinnten ungezwungen über unterschiedliche Themen zu unterhalten.

Chatten kann aber auch gefährlich sein!
Es gibt durchaus sorgfältig kontrollierte Chatrooms, von denen nur sehr geringe Gefahren für Kinder und Jugendliche ausgehen. Bei der Mehrzahl der Chats, insbesondere in Separées werden Jungen, vor allem aber Mädchen mit Beleidigungen und sexueller Belästigung konfrontiert. Die größten Risiken gehen von Chatrooms mit allgemeiner Zugänglichkeit und von den Teen-Channels der großen Chats aus, in die sich pädosexuell geneigte Nutzer bevorzugt einwählen, um sich in das Vertrauen ihrer potentiellen Opfer einzuschleichen.
Einem Großteil der chattenden Kinder und Jugendlichen sind Belästigungen oder Übergriffe dieser Art bekannt! So erhielten zum Beispiel Mitarbeiterinnen von "jugendschutz.net", die sich als minderjährige Chatterinnen ausgaben, regelmäßig Anfragen nach Telefonsex (TS), Cybersex (CS), Netmeeting- und Cam-to-Cam-Kontakten (Übertragung sexueller Aktivitäten per Web-Kamera). Diese Anfragen erfolgten teilweise direkt, zum Teil aber erst nach längeren "unverfänglichen" Vorgesprächen. Beispielsweise fragten solche Chat-"Partner" nach getragener Kinderunterwäsche und boten dafür Bezahlung an. Auch die Zusendung von Fotos der Kinder oder Jugendlichen wurde häufig und teilweise sehr hartnäckig verlangt (Vgl. Chatten ohne Risiko ).
Wenn Kinder oder Jugendliche ihren richtigen Namen oder gar Name und Mailadresse oder Anschrift im Chat preisgeben, werden sie häufig per Mail, SMS oder durch Postzusendung mit pornographischen Texten und Bildern belästigt. Das größte Risiko gehen sie aber ein, wenn sie sich außerhalb des Chats mit Chat-Partnern alleine treffen. Ein sexueller Missbrauch kann die schlimme Folge sein.

Chatten: Nicht verbieten, sondern gemeinsam entdecken!
Trotz der Gefahren im Chat sollten Mütter und Väter auf keinen Fall Chats verteufeln. Eltern sollten vermeiden, ihren Töchtern und Söhnen vor den Gefahren des Chats Angst zu machen. Angst ist ein schlechter Ratgeber, Vorsicht dagegen schützt!
"Ebenso wenig sind Verbote sinnvoll. Verbote führen nur dazu, dass Kinder und Jugendliche ohne Wissen der Erwachsenen heimlich chatten und sich im Falle der sexuellen Ausbeutung ihren Eltern und anderen erwachsenen Vertrauenspersonen noch weniger als ohnehin anvertrauen.  Mädchen und Jungen brauchen sachliche Informationen und gesundes Misstrauen, damit sie die Gefahren im Chat früh erkennen und den Tricks von Tätern und Täterinnen nicht auf den Leim gehen. Sie brauchen Mütter und Väter, die ausreichend informiert sind, die mit ihnen gemeinsam die Welt des Chats entdecken und Widerstandsformen gegen sexuelle Ausbeutung erproben " (Ursula Enders, in: click it! - für Eltern).

[Internet und Handy: Chancen & Risiken]



Bild mit Schriftzug 'Chancen & Risiken'
Chatten ohne Risiko? Sicher kommunizieren in Chat, Messenger und Community Broschüre 'Chatten ohne Risiko'. Als PDF herunterladbar: siehe 'Externe Links zum Thema'