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Titelbild der Rubrik: Jugendmedienschutz: Medienerziehung

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Gewalt in Film und Fernsehen - Was können Lehrerinnen und Lehrer tun?

"Eine weitere wichtige Instanz für die Vermittlung eines kompetenten Umgangs mit den Medien ist die Schule" (Kunczik/Zipfel, Langfassung [2010. S. 455]). Im Rahmen der Förderung der Medienkompetenz ist die Auseinandersetzung mit gewalthaltigen Medieninhalten in Fernsehfilmen, in Filmen auf DVD oder in Computer- und Konsolenspielen eine bedeutsame Aufgabe. Lerneinheiten mit einer entsprechenden Zielsetzung können verschiedene Anknüpfungspunkte pädagogischen Einwirkens in der Schule wählen, um negativen Auswirkungen medialer Gewalt entgegenzuwirken (vgl. ebenda, S.455-462). Sie können sich auseinandersetzen …

  • mit durch Medien bewirkten Problemen (Gewalt, Suchtverhalten, soziale Isolation usw.),
  • mit der Beurteilung gewalttätiger Film- und Fernsehhelden, 
  • "mit der Unterscheidung hilfreicher und gefährlicher Fernsehbotschaften,
  • mit alternativen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung,
  • mit der Unterscheidung von Fiktion und Realität, insbesondere im Hinblick auf effektive (gewaltfreie) Problemlösungsstrategien,
  • mit der Wahl von Vorbildern (echten Vorbilder vs. Fernsehhelden)" (vgl. ebenda, S.459)
  • mit der Reduzierung des Medienkonsums (Mediennutzungsvertrag, Einbeziehung der Eltern).

Fundierte Aussagen „über die Wirksamkeit in der Schule umgesetzter Lehrpläne und medienpädagogischer Einheiten [sind] nach wie vor schwierig“ (ebenda, S. 455). Bei der Planung von Lehreinheiten zum Thema „Medien und Gewalt“ empfiehlt es sich jedoch, Folgendes zu bedenken:

  • Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass Bemühungen, die die Reduzierung von Medienkonsum insgesamt zum Ziel haben, Erfolg versprechender sind als die, die Anziehungskraft medialer Inhalte zu reduzieren.
  • Die Wirkung schulischer Lehreinheiten sind allem Anschein nach nicht von langer Dauer, so dass sich eine Wiederholung entsprechender Unterrichtseinheiten über einen längeren Zeitraum hinweg empfiehlt.
  • „In Bezug auf den Einsatz von medialen Inhalten, die eine Anti-Gewalt-Botschaft transportieren sollen, besteht eine wichtige Erkenntnis darin, dass Bumerang-Effekte vorkommen können […]. Diese treten z.B. dann auf, wenn die vermittelten Botschaften zweideutig sind oder das Thema „Gewalt“ aus verschiedenen Perspektiven darstellen (z.B. auch Kritik am Opfer enthalten)“ (ebenda, S. 455).

Auch bei den Themen "Entwicklung von Medienkompetenz" und "Gewalt und Medien" bestätigt die tägliche Erfahrung von Pädagoginnen und Pädagogen: Das Zusammenwirken von Schule und Elternhaus ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Angesichts von wachsenden Anforderungen an Lehrerinnen und Lehrer ist dies eine nicht immer leichte Aufgabe. Zudem besteht eine besondere Schwierigkeit darin, Eltern zu erreichen, deren Kinder besonders hohem Medienkonsum ausgesetzt sind. Es gibt aber mit Blick auf die Schülerinnen und Schüler, aber auch mit Blick auf das alltägliche Unterrichtsgeschehen eine Vielzahl von Gründen, auch das Thema "Medien und Erziehung" in den Dialog mit den Eltern einzubeziehen.

Quellen/Literatur:

  • Kunczik, Michael; Zipfel, Astrid (März 2010): Medien und Gewalt. Befunde der Forschung 2004-2009. Bericht für das Bundesministe­rium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Kurzbericht. Berlin.
  • Kunczik, Michael; Zipfel, Astrid (März 2010): Medien und Gewalt. Befunde der Forschung 2004-2009. Bericht für das Bundesministe­rium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Berlin. (Langfassung) 

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