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Titelbild der Rubrik: Jugendmedienschutz: Medienerziehung

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Medien und Gewalt III: Ergebnisse der Medienwirkungsforschung

WECHSELWIRKUNG ZWISCHEN ZUWENDUNG ZU UND WIRKUNG VON MEDIENGEWALT

Kinder und Jugendliche: Unterschiedliche Wahrnehmung und Verarbeitung von Mediengewalt
Mediengewalt stellt nur einen Faktor innerhalb eines komplexen Bündels von Ursachen für die Entstehung gewalttätigen Verhaltens dar. Negative Medieneinflüsse können durch ein positives soziales Umfeld aufgefangen werden, negative Erfahrungen im sozialen Nahraum (z.B. Gewalterfahrungen in der Familie) durch negative Medieneinflüsse deutlich verstärkt werden.
Daraus ergibt sich: Nicht jede(r) Heranwachsende, die/der einen Video- oder Fernsehfilm sieht oder ein Computerspiel spielt, ist in gleicher Weise durch die erlebte Mediengewalt beeinflussbar. Bestimmte Inhalte können auf bestimmte Menschen auch dann eine große Wirkung haben, wenn sie bei der Mehrzahl der Zuschauerinnen und Zuschauer keine Verhaltensänderung bewirken. Die persönlichen Eigenschaften der Heranwachsenden (z.B. Aggressivität) sowie deren Erfahrungen im sozialen Umfeld (Gewalt in der Familie etc.) beeinflussen nicht nur die Verarbeitung von Gewaltdarstellungen, sondern schon deren Wahrnehmung.

Eigenschaften und soziales Umfeld von Kindern und Jugendlichen und die Wirkung von medialer Gewalt
Eigenschaften von Kindern und Jugendlichen, bei denen negative Auswirkungen von medialen Gewaltdarstellungen am ehesten zu erwarten sind:

  • "Männliches Geschlecht (v.a. wegen der Präferenz für violente [Vorliebe für gewalthaltige] Inhalte);
  • Alter, in dem violente Handlungsabläufe nachvollzogen und verstanden werden können, es aber noch an einem System von Verhaltensmustern und Wertvorstellungen zu deren Einordnung und Relativierung fehlt;
  • aggressive Prädispositionen [Anlage für Aggressivität];
  • hoher Risiko- und Erregungsbedarf (Sensation-Seeking);
  • soziales Umfeld (Familie, Freundeskreis) mit hohem Medien(gewalt)konsum und ausgeprägtem Gewaltverhalten, das die Angemessenheit in den Medien gezeigter violenter Verhaltensweisen zu bestätigen scheint (Effekt der ´doppelten Dosis`)"  (Kunczik/Zipfel, Kurzbericht (2010, S.8).

Mediale Inhalte und die Wirkung von Gewaltdarstellungen
Nicht nur wer und in welchem sozialen Umfeld Gewalt er oder sie medial wahrnimmt, ist für die Wirkung entscheidend, sondern auch wie und in welchem Zusammenhang Gewalt medial präsentiert wird. "In Bezug auf inhaltliche Faktoren ist zu konstatieren, dass der Kontext dargestellter Gewalt von größerer Bedeutung ist als deren Menge. Ein erhöhtes Risikopotenzial ist bei Mediengewalt mit folgenden Charakteristika anzunehmen:

  • Darstellung von Gewalt als gerechtfertigt;
  • Gewaltausübung durch attraktive, identifikationsträchtige Protagonisten;
  • Belohnung bzw. fehlende Bestrafung violenten Verhaltens;
  • Ausblendung negativer Folgen für das Opfer" (Kunczik/Zipfel, Kurzbericht (2010, S.9).

Quintessenz
Michael Kunczik und Astrid Zipfel stellen als Quintessenz ihrer Auswertung einer Vielzahl von Studien zur Wirkung von Mediengewalt fest, dass der Konsum medialer Gewaltdarstellungen einen Beitrag zur Entstehung einer zur Gewaltanwendung neigenden Persönlichkeit und von gewalttätigem Verhalten leisten kann (wenn auch andere soziale oder Persönlichkeitsfaktoren einen stärkeren Einfluss haben mögen). Umgekehrt beeinflusst die Aggressivität des Medienkonsumenten aber auch die Zuwendung zu gewalthaltigen Medieninhalten. Es ist somit ein Wechselwirkungsprozess zwischen Zuwendung zu und Wirkung von Mediengewalt anzunehmen (vgl. Kunczik/Zipfel, Kurzbericht (2010, S.10).

Quellen/Literatur:

  • Kunczik, Michael; Zipfel, Astrid (März 2010): Medien und Gewalt. Befunde der Forschung 2004-2009. Bericht für das Bundesministe­rium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Kurzbericht. Berlin.
  • Kunczik, Michael; Zipfel, Astrid (März 2010): Medien und Gewalt. Befunde der Forschung 2004-2009. Bericht für das Bundesministe­rium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Berlin. (Langfassung) 


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