WECHSELWIRKUNG ZWISCHEN ZUWENDUNG ZU UND WIRKUNG VON MEDIENGEWALT
Kinder und Jugendliche: Unterschiedliche Wahrnehmung und Verarbeitung von Mediengewalt
Mediengewalt stellt nur einen Faktor innerhalb eines komplexen Bündels von Ursachen für die Entstehung gewalttätigen Verhaltens dar. Negative Medieneinflüsse können durch ein positives soziales Umfeld aufgefangen werden, negative Erfahrungen im sozialen Nahraum (z.B. Gewalterfahrungen in der Familie) durch negative Medieneinflüsse deutlich verstärkt werden.
Daraus ergibt sich: Nicht jede(r) Heranwachsende, die/der einen Video- oder Fernsehfilm sieht oder ein Computerspiel spielt, ist in gleicher Weise durch die erlebte Mediengewalt beeinflussbar. Bestimmte Inhalte können auf bestimmte Menschen auch dann eine große Wirkung haben, wenn sie bei der Mehrzahl der Zuschauerinnen und Zuschauer keine Verhaltensänderung bewirken. Die persönlichen Eigenschaften der Heranwachsenden (z.B. Aggressivität) sowie deren Erfahrungen im sozialen Umfeld (Gewalt in der Familie etc.) beeinflussen nicht nur die Verarbeitung von Gewaltdarstellungen, sondern schon deren Wahrnehmung.
Eigenschaften und soziales Umfeld von Kindern und Jugendlichen und die Wirkung von medialer Gewalt
Eigenschaften von Kindern und Jugendlichen, bei denen negative Auswirkungen von medialen Gewaltdarstellungen am ehesten zu erwarten sind:
Mediale Inhalte und die Wirkung von Gewaltdarstellungen
Nicht nur wer und in welchem sozialen Umfeld Gewalt er oder sie medial wahrnimmt, ist für die Wirkung entscheidend, sondern auch wie und in welchem Zusammenhang Gewalt medial präsentiert wird. "In Bezug auf inhaltliche Faktoren ist zu konstatieren, dass der Kontext dargestellter Gewalt von größerer Bedeutung ist als deren Menge. Ein erhöhtes Risikopotenzial ist bei Mediengewalt mit folgenden Charakteristika anzunehmen:
Quintessenz
Michael Kunczik und Astrid Zipfel stellen als Quintessenz ihrer Auswertung einer Vielzahl von Studien zur Wirkung von Mediengewalt fest, dass der Konsum medialer Gewaltdarstellungen einen Beitrag zur Entstehung einer zur Gewaltanwendung neigenden Persönlichkeit und von gewalttätigem Verhalten leisten kann (wenn auch andere soziale oder Persönlichkeitsfaktoren einen stärkeren Einfluss haben mögen). Umgekehrt beeinflusst die Aggressivität des Medienkonsumenten aber auch die Zuwendung zu gewalthaltigen Medieninhalten. Es ist somit ein Wechselwirkungsprozess zwischen Zuwendung zu und Wirkung von Mediengewalt anzunehmen (vgl. Kunczik/Zipfel, Kurzbericht (2010, S.10).
Quellen/Literatur: