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Titelbild der Rubrik: Jugendmedienschutz: Medienerziehung

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Faszination Onlinespiel: Virtuelle Welten als soziale Räume

Wer online ein Sport-, Strategiespiel, Shooter oder Rollenspiel spielt, trifft auf bekannte oder unbekannte andere Menschen, die auf ihn reagieren und mit ihm kommunizieren. Die Möglichkeit der schriftlichen Kommunikation durch die Nutzung spielinterner Chaträume oder Foren bzw. die Möglichkeit der akustischen Kommunikation mittels Headset erweitert das Angebot "Computerspiel“. Es entsteht neben dem eigentlichen regelbasierten Spiel ein sozialer Raum.

Von der beiläufigen Kommunikation zum intensiven sozialen Miteinander
Der Spieler hat die Möglichkeit, dieses Angebot des „sozialen Raumes“ unterschiedlich intensiv zu nutzen. Zieht er sich allerdings ganz aus dem virtuellen sozialen Leben zurück, hat er - von kleinen Browserspielen (Casual Games) abgesehen - bei den meisten Onlinespielen wenig Chancen, diese erfolgreich zu spielen. Vor allem beim Einstieg in eine Computerspiel-Community ist die Kommunikation zumeist auf Fragen beschränkt, die in Zusammenhang mit dem genutzten Spiel stehen. Der Spieler kann mit anderen Personen beim gemeinsamen Lösen einer Aufgabe relativ problemlos in Kontakt treten. Nach einer gewissen Zeit erweitert sich häufig die Kommunikation und neben der Erörterung spielorientierter Fragen werden stärker andere Themen einbezogen. In der Regel ist das „soziale Miteinander“ der Onlinegemeinschaft Schwerpunkt der Kommunikation.

Gemeinsam Aufgaben lösen: "Gruppen" im Onlinespiel
Spieler können in vielen Onlinespielen Gefechte oder Spielrunden gemeinsam austragen oder eine vergleichbare Aufgabe gemeinsam lösen. Sie finden sich hierzu in kurzfristig bestehenden Gemeinschaften zusammen, die in Online-Rollenspielen häufig „Gruppen“ genannt werden. In diesen Gruppen bringt jeder Spieler die besonderen Fähigkeiten seiner Spielfigur ein und hilft so dem Team, Spielherausforderungen zu lösen.

Längerfristige soziale Bindungen im Onlinespiel: Clans, Gilden, Stämme, Allianzen ...
Neben wechselnden Gemeinschaften zum Lösen von Aufgaben bilden sich etwa bei Shootern, Online-Rollenspielen oder Strategie-Browserspiele-Gemeinschaften mit einem längerfristigen sozialen Zusammenhalt: Clans, Gilden, Stämme oder Allianzen nennen sich die (mehr oder weniger) formellen Vereine und Mannschaften. In diesen sozialen Gemeinschaften werden Ämter wie Diplomat oder Kriegsminister vergeben und es entwickeln sich differenzierte soziale Strukturen. Die sozialen Regeln dieser Gemeinschaften können sehr unterschiedlich sein. Sie können
- autoritär oder demokratisch geführt sein,
- schriftlich und im Detail Regeln festlegen oder sich mit einem kurzen Motto begnügen,
- hohe oder niedrige Hürden für eine Mitgliedschaft voraussetzen und
- einen hohen oder nicht ganz so hohen Zeiteinsatz verlangen.

Soziale Räume in Computerspielen: Eine neue Möglichkeit der Kommunikation, aber auch ein Risiko
Die Kommunikation in Online-Computerspielen und das Miteinander in sozialen Gemeinschaften schaffen gerade für junge Menschen attraktive Möglichkeiten, sich auszuprobieren und Neues zu lernen. Aber vor allem für die, die im „Real Life“ Außenseiter sind, können sie auch Versuchung sein, sich vom „wirklichen“ sozialen Leben zurückzuziehen und in die virtuelle Welt zu flüchten. Dies gilt insbesondere dann, wenn die vom Spieler gewählte virtuelle Gemeinschaft durch sozialen Druck eine lange Anwesenheit im virtuellen Raum fordert.

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