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Computer- und Konsolenspielnutzung von Kindern und Jugendlichen

Zu den häufigsten Beschäftigungen von Kindern am Computer gehört Spielen
Computerspiele sind heute vor allem für Jungen zur medialen Selbstverständlichkeit geworden. Dies geht aus der KIM-Studie 2010 (S. 44 f.) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (MPFS) hervor, in der das Medienverhalten von 6- bis 13-jährigen Kindern untersucht wird: 85 % aller 6- bis 13-jährigen Jungen und 68 % aller Mädchen in diesem Alter spielen zumindest hin und wieder am Computer oder an der Konsole. Jungens spielen auch häufiger als Mädchen: (Fast) jeden Tag spielen 22 % und ein/mehrmals pro Woche 52 % der Jungen, (fast) jeden Tag 9 % und ein/ mehrmals pro Woche 41 % der Mädchen.  Computerspielen – alleine oder gemeinsam mit anderen gespielt – zählt damit zu den häufigsten Anwendungen, die Kinder am Computer ausüben.

Ältere Kinder spielen mehr als jüngere
Mit zunehmendem Alter der Kinder steigt die am Computerspiel verbrachte Zeit an und verfestigen sich Computerspiele immer stärker im Alltag. "Während bei den 6- bis 7-Jährigen 43 % nie spielen, liegt dieser Anteil bei den 12- bis 13-Jährigen nur bei 14%. In dieser Altersgruppe spielt knapp jeder Fünfte (fast) jeden Tag“ (KIM-Studie 2010, S. 44).

Computerspielen gehört zum Alltag Jugendlicher. Aber: Je älter sie werden, desto weniger spielen sie
4 von 5 Jugendlichen spielen hin und wieder Computerspiele. Dies stellte die JIM-Studie 2010 des MPFS (S. 36) fest, in der das Medienverhalten von 12-19 jährigen Jugendlichen untersucht wird. Mit zunehmendem Alter der Jugendlichen steigt allerdings der Anteil derer, die sich ganz aus der Spielewelt zurückziehen, kontinuierlich an. Bei den 12- bis 13-Jährigen zählen nur zehn Prozent zu den Nicht-Spielern, bei den 18- bis 19-Jährigen sind es dann schon 30 Prozent die nie, weder an der Konsole, noch am Computer, noch im Internet, spielen. „Ihre tägliche Spieldauer schätzen die Jugendlichen im Durchschnitt auf 65 Minuten unter der Woche (Mo-Fr), am Wochenende wird eine gute Viertelstunde länger gespielt (82 Min.)“ (JIM Studie 2010, S. 36).

Computerspiele faszinieren offensichtlich Jungen weitaus stärker als Mädchen
35 Prozent der Jugendlichen nutzen täglich bzw. mehrmals pro Woche elektronische Spiele. Der Anteil bei den Jungen (55 %) ist allerdings sehr viel größer als der bei den Mädchen (14 %). Im Durchschnitt zählen bei den Jungen nur sieben Prozent zu denen, die nie elektronische Spiele spielen. Bei den Mädchen sind es jedoch fast fünfmal so viele (31 %) (JIM-Studie 2010, S. 36).

Onlinespiele haben die höchste Priorität im Alltag
Von Spielern, die täglich/ mehrmals pro Woche spielen, werden Online-Rollenspiele, Strategie-Browserspiele und andere Multi-User-Spiele (46 %) und Internetspiele, die alleine gespielt werden (43 %), häufiger gewählt als verschiedene Varianten des Offline-Spielens (Konsole, alleine: 40 %; PC, alleine: 33 %; Konsole, mit anderen: 24 %; PC, mit anderen: 15 %). Während Jungen allerdings eher Multi-User-Spiele nutzen als Online-Spiele, die, wie z.B. die meisten Mini-Browserspiele, alleine zu spielen sind, ist dies bei Mädchen umgekehrt (JIM-Studie 2010, S. 36; vgl. auch die Grafik, siehe unten, a.a.O.).
Onlinespiele prägen die Welt des Computerspiels immer mehr. Sie erweitern die Möglichkeiten des virtuellen Spielens beträchtlich und beinhalten besondere Attraktivitätsmomente, aber auch Gefahren.  

JIM 2010 (2010, S. 37), Grafik: Spielen (Computer/Internet/Konsole)

Quelle: JIM-Studie 2010 (2010, S. 37)

Computerspiele und Gewalt
Die nach dem Jugendschutzgesetz vergebenen Alterskennzeichen haben inzwischen eine hohe Bekanntheit bei Jugendlichen erreicht. Dies heißt jedoch nicht, dass Jugendliche fast ausschließlich altersgerechte elektronische Spiele nutzen. Im Rahmen der JIM-Studie 2010 (S. 39) wurden Jugendliche gefragt, ob ihre Freunde Spiele nutzen, die aus ihrer Sicht besonders gewalthaltig sind. Trotz Gewaltdefinition aus Sicht der Jugendlichen geben fast zwei Drittel der Spieler an, dass ihre Freunde solche Spiele nutzen. „Bei den männlichen Spielern sind es sogar fast vier Fünftel, bei den Mädchen gerade halb so viele. Die Nachfrage, ob man selbst solche Spiele nutzt, wird dann deutlich seltener bejaht. Nun gibt ´nur` noch ein gutes Drittel an, selbst brutale Spiele zu spielen, die Jungen fünfmal häufiger als die Mädchen und auch im Altersverlauf zeigt sich eine deutliche Zunahme“ (JIM-Studie 2010, S.40).

Literatur/ Quellen:

  • Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (Hrsg.) (2011): KIM-Studie 2010. Kinder + Medien, Computer + Internet. Basisuntersuchung zum Medienumgang 6- bis 13-Jähriger in Deutschland. Stuttgart.
  • Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (Hrsg.) (2010): JIM-Studie 2010. Jugend, Information, (Multi-)Media. Basisuntersuchung zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland. Stuttgart. 

Link zur Eingangsseite Computer- und Konsolenspiele: Chancen & Risiken



Bild mit Schriftzug 'Chancen & Risiken'


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