Online-Freundschaften und Online-Gemeinschaften bieten Jugendlichen vielfältige Gelegenheiten, ihre soziale Kontaktfähigkeit zu entwickeln und zu messen und haben deshalb für sie eine hohe Bedeutung.
Onlinespiele ermöglichen es, sich nicht nur mit der virtuellen Intelligenz des heimischen Computers spielerisch auseinander zu setzen, sondern über das Internet gemeinsam mit Freunden aus dem sozialen Umfeld oder mit vorher unbekannten Menschen aus aller Welt, zu spielen. Diese Kommunikation kann auf vielfältige Weise eine Bereicherung sein. Das gemeinsame Interesse kann z.B. Freundschaften interessanter machen. Die Mitgliedschaft in einer Spielergruppe kann die Möglichkeit eröffnen, gemeinsame Internetauftritte, LAN-Partys oder andere Events zu organisieren und so neue Kompetenzen zu erwerben.
Doch es bestehen auch Gefahren:
Online Gemeinschaften (Gilden, Clans) können dazu verführen, dem sozialen Druck oder dem Wunsch nach Anerkennung nachzugeben und lange in der virtuellen Welt zu bleiben
Um Online-Shooter, -Action- & -Sportspiele im Team gemeinsam zu spielen, bilden sich "Clans" genannte Online-Gemeinschaften, die gegen andere Clans antreten und sich im Wettbewerb bewähren wollen. In Online-Rollenspielen (MMORPGs) werden solche Gemeinschaften "Gilden" genannt. In Gilden und Clans sind die Mitglieder (mehr oder weniger) aufeinander angewiesen. Dies kann dazu führen, dass auf Mitglieder Druck ausgeübt wird, zu bestimmten Zeiten online zu sein und mit zu spielen. Umgekehrt kann der einzelne Jugendliche, der Mitglied einer Gilde oder eines Clans ist, auch von sich aus besonders motiviert sein, sich durch häufiges Spielen zu beweisen und in seiner Gemeinschaft Anerkennung zu finden. Ob Clans oder Gilden einen schädlichen Einfluss auf das Spielverhalten eines Jugendlichen ausüben, hängt nicht nur davon ab, wie sehr er bereit ist, sich durch eine Gruppe unter Druck setzen zu lassen oder welche Bedeutung für ihn die Anerkennung in der virtuellen Gemeinschaft hat. Von Bedeutung ist auch, welchem Clan oder welcher Gilde die Spielerin oder der Spieler beitritt: Es gibt Online-Gemeinschaften, die keinen oder nur sehr geringen Gruppendruck ausüben oder sich auch nur zu sinnvollen, festgelegten Zeiten treffen. Andere sehr ehrgeizige Gemeinschaften verlangen von ihren Mitgliedern eine erhebliche Internetpräsenz.
Wenn reale Freundschaften zugunsten von Internet-"Freundschaften" aufgegeben werden, ist dies ein Alarmzeichen!
Auch wenn Online-Freundschaften eine Bereicherung sein können: Sie können den unmittelbaren sozialen Kontakt im REAL LIFE (RL) nicht ersetzen! Den meisten Jugendlichen ist dies bewusst. Aber gerade Jugendliche, die im realen Leben Schwierigkeiten haben, soziale Kontakte zu knüpfen, die Außenseiter sind oder gemobbt werden, sind in der Gefahr, Online-Freundschaften mit realen Freundschaften zu verwechseln und reale Kontakte zu vernachlässigen oder nicht weiter zu entwickeln.
[Computer- und Konsolenspiele: Chancen & Risiken]
_____________________________
"Zu viel Zeit am Bildschirm? Wenn die Faszination am Computerspielen Sorgen macht." Alle Fragen im Überblick: