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Computerspielsucht: gibt`s das? Können Medien abhängig machen?

Lange Computerspielzeiten sind alleine kein Anzeichen von Sucht
Es gibt Computerspieler, die in einer unterschiedlich langen Lebensphase kontrolliert viel Zeit opfern, um Erfolg beim Computerspiel zu haben, ohne dass ihnen dies Probleme bereitet. Einige Computerspieler, die überdurchschnittlich viel Zeit am Bildschirm sitzen und bei denen die Phase der extensiven Computerspielnutzung sehr lange dauert, verzichten wegen ihres Hobbys auf viele andere Möglichkeiten und Erfahrungen in ihrem Leben. Hierdurch entstehen bei diesen Spielern gelegentlich auch Probleme.

Es gibt Fälle, in denen Spieler ihr Spielverhalten nicht mehr kontrollieren können und ihre soziale Existenz gefährden
Suchtberatungsstellen, Selbsthilfegruppen und andere soziale und medizinische Einrichtungen berichten aber auch von Fällen, in denen Spieler ihr Spielverhalten nicht mehr kontrollieren können und ihre soziale Existenz gefährden. Um immer länger und erfolgreicher am Computer spielen zu können, ziehen sich diese Spieler von ihrer Familie zurück, geben Freunde auf und gehen nicht mehr in die Schule oder zur Arbeit. Sie zeigen Symptome, die auch von stoffgebundenen Süchten bekannt sind.
Auch wenn bei bestimmten Computerspielen Spielelemente vorhanden sind, die eine Abhängigkeitsentwicklung begünstigen, ist die wesentliche Ursache für eine Verhaltenssucht aber nicht das Computerspiel. Die Gründe für die Suchtentwicklung eines Menschen finden sich vorrangig in den psychischen und sozialen Bedingungen des Betroffenen. Diese Gründe sind nicht abschließend erforscht und ihr Auftreten lässt sich nicht exakt vorhersagen.

Warum flüchten Menschen in die Welt des Computerspiels und gefährden ihre soziale Existenz?
Nachgewiesen ist, dass das Spielen bzw. die Mediennutzung von den Betroffenen als besonders belohnend (stressreduzierend, stimmungsverbessernd) empfunden wird. Das exzessive Verhalten erfüllt die Funktion, das Leben für die betroffenen Spieler erträglich zu gestalten. Sie "erfahren, dass sie mit solchen Verhaltensweisen oder Gebrauchsmustern schnell und effektiv Gefühle im Zusammenhang mit Frustrationen, Unsicherheiten und Ängsten regulieren bzw. verdrängen können" (Kompetenzzentrum Verhaltenssucht. Was ist eigentlich Verhaltenssucht? In: Universitätsmedizin Mainz [externer Link, 25.1.2011]). Alternative Verhaltensmuster, wie z.B. angemessene Stressverarbeitungsstrategien, werden von den Betroffenen immer weniger genutzt bzw. erlernt (ebenda).
Besonders gefährdet sind Jugendliche und Erwachsene, die in Schule bzw. Beruf und im sozialen Zusammenleben wenig Erfolge erleben, zum Beispiel in der Klasse als Außenseiter gelten, ggf. auch gemobbt werden und wenig Möglichkeiten haben, durch andere Hobbys Erfolgserlebnisse zu bekommen. Diese Jugendlichen und Erwachsenen nutzen Computerspiele kompensatorisch als Ersatz für ausbleibende andere Erfolgserlebnisse. Bei vielen betroffenen Personen liegt zudem als Ursache oder Folge der Verhaltenssucht eine andere psychische Erkrankung (z.B. Depressionen) vor.

Suchtberatungsstellen: Auch problematische Nutzung von Chats, Online-Pornografie und Such-/Informationsmöglichkeiten des Internets feststellbar
Nicht nur Computerspiele, auch andere Medien wie zum Beispiel Fernsehen und Internet werden extensiv und in für einige Menschen schädlichem Umfang genutzt. Mediensuchtberatungsstellen und Selbsthilfegruppen machen darauf aufmerksam, dass sie verstärkt auch mit (Verhaltens-)Suchtphänomenen im Zusammenhang mit der Internetnutzung konfrontiert werden. Es melden sich dort zum Beispiel Frauen, die ihre soziale Kommunikation ausschließlich in den Chat verlegt haben und es nicht ertragen können, offline zu sein.
Vor allem junge Männer wenden sich an Beratungsstellen, weil sie den unwiderstehlichen Drang haben, immer mehr und „besseres“ pornographisches Material aus dem Internet herunter zu laden.

Link zur Eingangsseite Computer- und Konsolenspiele: Chancen & Risiken

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"Zu viel Zeit am Bildschirm? Wenn die Faszination am Computerspielen Sorgen macht." Alle Fragen im Überblick:

  1. Muss ich mir Sorgen machen, weil mein Kind mehrere Stunden täglich am Computer spielt?
  2. Computerspielsucht: Gibt’s das? Können Medien abhängig machen?
  3. Was macht Computerspielen so reizvoll und welche Computerspiele verführen häufiger zu einer zeitintensiven Nutzung als andere?
  4. Welche Bedeutung haben Online-Gemeinschaften (Clans und Gilden) für Computerspielerinnen und Computerspieler?
  5. Ist es problematisch, wenn mein Kind häufig gewalthaltige Spiele spielt?
  6. Wie kann die Gestaltung des Familienalltages dazu beitragen, dass eine Gefährdung  durch übermäßige Computerspielnutzung vermieden wird?
  7. Wie kann ich herausfinden, ob mein Kind Symptome von Medienabhängigkeit (Computerspielsucht) zeigt?
  8. Was sollte ich vermeiden, wenn mein Kind Anzeichen von „Computerspielsucht“ zeigt bzw. erhebliche Probleme mit der Nutzung von Medien hat?
  9. Wie kann ich meinem Kind helfen, wenn es erhebliche Probleme mit der Mediennutzung hat?
  10. Wie finde ich Beratungs- und Hilfsangebote, wenn mein Kind Symptome von Medienabhängigkeit (Internet-, Computerspielsucht) zeigt?


Grafik 'Zu viel Zeit am Bildschirm? Wenn die Faszination am Computerspielen Sorgen macht.'

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