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Titelbild der Rubrik: Jugendmedienschutz: Medienerziehung

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Gewalt im Computerspiel als Risiko in der Entwicklung und der Erziehung von Kindern

Zum Thema "Gewalt in Computerspielen"

Kinder und Jugendliche wachsen mit Gewalt in den Medien auf. Ob im Comic, im Fernsehen oder im Computerspiel: Kinder und Jugendliche lernen schrittweise, dass Gewalt ein Phänomen unserer Welt ist. Es ist jedoch wichtig, dass dieser Lernprozess altersgemäß erfolgt und die Heranwachsenden nicht überfordert. Drastische Gewalt, also detaillierte, ausufernde und vor allem realistische Darstellungen von Gewalthandeln und Gewaltfolgen können Angst und Ekel hervorrufen. Gerade weil Spielende im Computerspiel mehr als bei anderen Medien "mitten drin" sind, kann drastische Gewalt eine emotionale Überforderung darstellen.

Wer als Erziehende oder Erziehender pädagogische Verantwortung trägt, muss davon ausgehen, dass unter bestimmten Bedingungen Computerspielgewalt einen negativen Einfluss auf Einstellungen und Verhalten von Heranwachsenden hat und sie sozialethisch desorientieren kann. Die Bedingungen, die gegeben sein müssen, damit negative Einflüsse auftreten, lassen sich nicht so exakt bestimmen, dass eine Verhaltensvorhersage möglich ist.

Es gibt jedoch Faktoren, wenn sie gegeben sind, die Gefahr negativer Einflüsse deutlich erhöhen:
1. Risikofaktoren bei den Spielerinnen und Spielern, die in hohem Maße negative Auswirkungen von Computerspielgewalt befürchten lassen und
2. Darstellungsweisen von Gewalt in Spielen, die für Heranwachsende in hohen Maße gefährdend oder beeinträchtigend sind.

Neben der Frage, ob ein Heranwachsender zu einer Risikogruppe gehört und sein Computerspielverhalten deshalb besondere Aufmerksamkeit verdient, ist also die Frage relevant, ob die Gewaltdarstellungen in einem konkreten Computerspiel für Kinder und Jugendliche in hohem Maße gefährdend sind (Jugendgefährdung: Computer- & Konsolenspiele). Aber auch Computerspiele, deren Gewaltdarstellung nach den Kriterien der Bundesprüfstelle nicht als jugendgefährdend einzuschätzen sind, können aufgrund ihrer Gewaltdarstellung für Heranwachsende ungeeignet sein und sie beeinträchtigen. Um Gefährdungen und Beeinträchtigungen zu vermeiden, sollten Eltern und Erziehende deshalb dafür Sorge tragen, dass Kinder und Jugendliche nur die Spiele spielen, die für das Alter der/ des Heranwachsenden freigegeben ist und mit einem entsprechendem USK-Siegel gekennzeichnet sind (siehe rechte Spalte).

Von großer Bedeutung ist jedoch neben dem Wissen um Risikofaktoren die Beobachtung der Heranwachsenden und ihrer Reaktionen während und nach der Nutzung eines Computerspieles. Aus pädagogischer Sicht ist dieser direkte Kontakt mit dem Kind oder der/ dem Jugendlichen auch die erfolgreichste Möglichkeit, Gefährdungen durch Computerspielinhalte zu vermeiden. Wenn Sie Interesse zeigen, erläutert Ihr Kind gerne und ohne Aufforderung sein Spiel. Es freut sich, wenn Sie auch einmal eine Sequenz oder einen Level durchspielen und so kundig mit ihm über seine Erfahrungen mit Computerspielen reden können. So bleiben Sie in Kontakt mit der Spielewelt Ihres Kindes und können reagieren, wenn es Probleme gibt. In aller Regel bekommen Sie so auch mit, wenn Ihr Kind ein Spiel spielt, dass für sein Alter nicht freigegeben oder gar indiziert ist (vgl. hierzu: Wegweiser Jugendmedienschutz - Stichwort: PC- und Konsolenspiele, Automatenspiele). Diese Spiele können für Kinder und Jugendliche beeinträchtigend oder gar gefährdend wirken. Erläutern Sie Ihrem Kind von vorne herein, warum solche Spiele nicht geeignet sind und warum Sie eine Nutzung nicht erlauben. Es ist zwar rechtlich zulässig, dass Eltern auch für das entsprechende Alter nicht freigegebene Spiele Ihrem Kind überlassen. Dies ist aber nicht zu empfehlen.

Wenn Eltern und Erziehende an den Erlebnissen ihrer Kinder in der virtuellen Welt Anteil nehmen, dann spricht vieles dafür, dass der Aufenthalt dort nicht nur für die Heranwachsenden, sondern auch für ihre Eltern ein positives Erlebnis bleibt und ihren Erfahrungsschatz bereichert.

[Computer- und Konsolenspiele: Chancen & Risiken]