Das Computerspiel gehört mittlerweile zum (Medien-)Alltag unserer Gesellschaft und ist für Jugendliche zur selbstverständlichen Normalität geworden. Warum aber spielen so viele Menschen am PC, an der Konsole oder am Gameboy? Was macht Computerspiele so attraktiv?
Von der Frustration über Misserfolge ...
Wer darauf eine Antwort sucht und deshalb ein neues, unbekanntes Computerspiel auf seinem Computer aufspielt, der wird die Antwort auf seine Frage nicht unmittelbar nach Spielbeginn erhalten. Denn Misserfolge und Frustrationen sind häufig die ersten Erfahrungen, die man beim Ausprobieren eines neuen Spieles macht. Vor allem ist dies dann der Fall, wenn das Computer- oder Konsolenspiel, an dem er sich versucht, zu einem noch unbekannten Spielgenre gehört. Die frustrierenden Situationen führen häufig dazu, dass der Spieler das Spiel nach einiger Zeit beendet.
... zur Lust am erfolgreichen Spielen
Wird aber diese Phase der Frustrationen überwunden und werden die Anstrengungen, das Spiel zu beherrschen, von Erfolg gekrönt, zieht das Computerspiel den Spielenden häufig in den Bann. Hat der Spieler gelernt, das Spiel zu beherrschen und Kontrolle auszuüben, steigt die Motivation, die Erfolge immer wieder zu bestätigen und zu erneuern. In dieser Phase des Dahinfließens der Zeit, die in der Wissenschaft „Flow“ genannt wird, möchte der Spieler die Lust des Erfolges wiederholen oder kurzfristige Misserfolge wieder in Erfolge umbiegen.
"Flow": Die Phase des Dahinfließens der Zeit
Beim "Flow" handelt es sich um einen emotionalen Zustand, bei dem der Spieler völlig mit dem Spiel verschmilzt. Sind die Spielenden im Flow, so gehen sie völlig in ihrer Aktivität auf. Das Computerspiel bietet ihnen laufend Herausforderungen, so dass keine Zeit für Sorgen darüber bleibt, keine Zeit darüber nachzudenken, was außerhalb dieser Aktivität wichtig wäre.
Spiele machen Spaß, wenn sie herausfordern, aber nicht überfordern
Es ist jedoch keinesfalls selbstverständlich, dass Spielerinnen oder Spieler bis zu einer Phase vordringen, in der Frustrationen überwunden und Erfolge erzielt worden sind. Wenn ein Spieler die Grafik, die Gestaltung oder die Story eines Spieles unattraktiv empfindet, kann dies ein Grund sein, es nicht mehr weiterzuspielen. Ein Spiel wird aber sehr häufig auch deshalb für den Spieler uninteressant, weil er die von ihm abverlangten Fähigkeiten als nicht passend empfindet. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn er an mindestens einer, für den Spielverlauf entscheidenden Stelle es als zu kompliziert empfindet oder wenn das Spiel keine Herausforderung darstellt, weil die Erfolge zu leicht eintreten.
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