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Beispiele für detaillierte und selbstzweckhafte Gewaltdarstellungen in Computerspielen
Detaillierte Gewalt wird in verschiedenen Computerspielen dem Spieler auf unterschiedliche Weise angeboten. An dieser Stelle sollen zwei Beispiele genannt werden:
In der Reihe "Mortal Kombat", eine der bekanntesten Beat`m-up-Spieleserie für Erwachsene, werden die brutalsten Szenen sozusagen als "Bonus" dargeboten. Ist im Spiel "Mortal Kombat-Armageddon" in einem Zweikampf ein Opponent besiegt worden, besteht für einen kurzen Zeitraum die Möglichkeit, ihn mit einer so genannten "Fatality" zu töten. Dabei muss innerhalb einer bestimmten Zeitspanne eine Tastenkombination gedrückt werden, woraufhin eine je nach Charakter unterschiedliche Sequenz, die im Tod des Gegners endet, eingeblendet wird. Gegnerische Spielfiguren können in diesem Modus geschlagen und getreten werden, zudem können Waffen eingesetzt werden. In tödlichen Fallen verbrennen Gegner beispielsweise, werden von einer U-Bahn überfahren oder von gigantischen Walzen zerquetscht. Bestimmte "Fatalities" erlauben zudem etwa das Ausreißen von Armen, das Herausreißen des Herzens und der Wirbelsäule oder das Zerquetschen des Kopfes. Oftmals zerplatzen Gegner oder werden zerstückelt. Dabei kommt es zu Blutspritzern und zur Bildung von Blutlachen. Die Szenerie wird durch passende Geräusche untermalt und dadurch intensiviert.
Das Spiel "Fear" (EU/ US-Version) ist ein Ego-Shooter, in dem das Töten der zahllos heranstürmenden Feinde wesentliche Aufgabe des Spielers ist. Die Grafik des Spieles ist realitätsnah, die Darstellung der vielen, das Spiel prägenden Tötungsvorgänge ist sehr plastisch inszeniert. Deswegen ist bei diesem Spiel unter dem Aspekt des Jugendmedienschutzes nicht nur die Dominanz der Gewalt, sondern auch ihre detaillierte Darstellung ein Problem: Je nach benutzter Waffe stellt sich der Tod der virtuellen Gegnerfiguren anders dar. Auch bei mit der gleichen Waffe eliminierten Gegnern sind nur sehr selten stereotype Verletzungs- und Sterbeanimationen zu erkennen. Der Beschuss von Opponenten ruft Blutspritzer, -flecken und -lachen auf dem Boden, an Wänden und auf Gegenständen hervor. Der Einsatz einer Schrotflinte reißt dem Gegenüber unter Umständen den Kopf ab, Blut pulsiert aus dessem Hals. Der Einsatz von Schrotflinten und verschiedenen anderen Waffen führt teilweise auch dazu, dass der Körper des Gegners in zwei Teile gerissen wird oder sogar in einer Wolke aus Blut und Fleischstücken explodiert. Die Partikelkanone bringt Gegner ebenfalls zur Explosion oder verbrennt sie bis auf ihr Skelett. Ein Gewehr, das Metallbolzen verschießt ("HV Penetrator"), heftet Opponenten an Wände oder Kisten. Mit dem "HV Penetrator" eliminierte Gegner baumeln zum Teil grotesk an den Bolzen herum, von denen sie getötet wurden. Auffallend ist auch der hohe Grad an statischer Gewalt, die zum einen dazu dient, eine aus Horrorfilmen bekannte Atmosphäre zu erschaffen. An zahlreichen Stellen finden sich riesige Blutlachen, Gliedmaßen liegen umher, oder der Spieler stößt auf in Höhe der Gürtellinie durchtrennte Körper. Zudem sind regelmäßig blutige Fußspuren, Handabdrücke und Schleifspuren sichtbar. Die sehr dichte grafische Atmosphäre wird durch eine intensive Soundkulisse unterstrichen, wobei im Hinblick auf die Jugendgefährdung vorrangig die Schmerzensschreie gegnerischer Spielfiguren zu nennen sind.


