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Titelbild der Rubrik: Jugendmedienschutz: Medienerziehung

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Ist die Darstellung der Gewalt im Computerspiel selbstzweckhaft und detailliert?

Es gibt eine Reihe von Computerspielen, in denen Gewalt sehr detailliert und blutig dargestellt wird (Beispiele). Aus welchem Grunde bauen die Spielemacher solche detailierten Gewaltdarstellungen in das Spielgeschehen ein? Welche Antwort darauf auch immer gefunden wird: Sie kann und wird nichts mit dem in der Aufgabenstellung definierten Spielzweck zu tun haben, egal ob dieser Zweck die Ausschaltung bestimmter Gegner oder das "Verteidigen" bzw. das "Erobern" eines bestimmten (virtuellen) Ortes sein mag. Wird Gewalt in einem Computerspiel detailliert dargestellt, so liegt deshalb der Verdacht nahe, Gewalt werde selbstzweckhaft, zur Erzeugung von (im weiteren Sinne) lustvoller emotionaler Wirkung inszeniert.

Einige Spieler von Ego-Shootern, vor allem von Taktik-Shootern, legen häufig keinen großen Wert auf detaillierte Gewaltdarstellungen. Andere Fans von Ego-Shootern halten solche "realistische" Darstellungen für unverzichtbar. Wenn man sie fragt, warum sie denn diese Spiele bevorzugen und Spielvarianten ablehnen, in denen Gewaltdarstellungen weniger brutal dargestellt werden, so wird in der Regel darauf verwiesen, dass erst die detaillierte Darstellung für die richtige Atmosphäre sorgt. Der Wunsch nach einer "gruseligen" oder "blutigen" Atmosphäre bestätigt, dass die Absicht des Konsums von Gewaltdarstellungen eine emotionale Wirkung ist. Auch wenn der Wunsch nach einem solchen emotionalen Kick für Erwachsene grundsätzlich anders zu bewerten ist: Kinder und Jugendliche sollten einer solchen "Atmosphäre" nicht ausgesetzt werden.

Es gibt genügend Gründe, die schädliche Wirkung für Kinder und Jugendliche in den Blick zu nehmen und nach den konkreten Auswirkungen solcher Darstellungen zu fragen: Hat eine solche "blutige" Atmosphäre auf die einzelne junge Psyche schockierende Wirkung? Sind Angst oder aber Abstumpfung und Gewöhnung gegenüber Gewalt mögliche Konsequenzen? Sind aggressive Kognitionen, Affekte und Erregungszustände die Folgen des Konsums solcher Gewaltdarstellungen? Unabhängig von den konkreten Auswirkungen auf Kinder und Jugendlichen sollten aber Erziehende, sollte die Gesellschaft als Ganzes hier Grenzen setzen. Der Reiz extrem brutaler, detailreicher Gewaltdarstellungen sollte keiner sein, der als emotionale Kick Kindern und Jugendlichen zur Verfügung gestellt wird.

[Computer- und Konsolenspiele: Jugendgefährdung]