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10 Tipps für Erziehende: Computerspiele & Konsolenspiele

1. Ist es für die Entwicklung meines Kindes besser, wenn es keine Computerspiele spielt?
Computerspiele sind ein Bestandteil unserer Lebenswirklichkeit. Es ist deshalb sinnvoll, wenn Kinder mit dem Medium umgehen lernen. Zudem gibt es viele pädagogisch empfehlenswerte Spiele, mit denen das Lernen der Kinder und ihre Entwicklung gefördert werden können. Deshalb sollte es Kindern nicht verwehrt werden, Erfahrungen mit Computerspielen zu machen.

2. Was muss ich beim Kauf eines Computerspiels beachten?
Kaufen Sie nur Spiele, die für die Altersgruppe Ihres Kindes freigegeben sind und somit ein entsprechendes Alterskennzeichen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) tragen. Kinder und Jugendliche, die das auf dem Kennzeichen angegebene Alter noch nicht erreicht haben, können in ihrer Entwicklung durch den Inhalt des Spiels beeinträchtigt werden. Die Cover von Spielen weisen häufig auch Angaben ausländischer Alterseinstufungen auf, z.B. PEGI (rechteckig, schwarz-weiß) oder britisch (rund, roter Hintergrund). In Deutschland sind jedoch nur die in der rechten Spalte abgebildeten USK-Kennzeichen rechtlich verbindlich. USK-Kennzeichen sind allerdings keine pädagogischen Empfehlungen.

3. Was leisten pädagogische Empfehlungen zu Computerspielen?
Pädagogische Empfehlungen informieren darüber, für welches Alter das Spiel z.B. aufgrund der intellektuellen und motorischen Fertigkeiten, die verlangt werden, geeignet ist, ob es Spielspaß bringt und ob es Fähigkeiten fördert bzw. Kenntnisse vermittelt.
Wo Sie pädagogische Empfehlungen zu Computerspielen finden, darüber informieren wir Sie unter
Empfehlenswertes: Computer- & Konsolenspiele.

4. Was kann ich tun, um mein Kind sinnvoll an Computerspiele heranzuführen?
Wenn Kinder ihre ersten Computerspiele spielen, sollten Eltern und Erziehende sie darin unterstützen und sie begleiten. Beobachten Sie, wie Ihr Kind reagiert: Spielt es mit Spaß? Lernt es dabei? Verliert es schnell die Lust? Entwickelt es aggressive Verhaltensweisen? Je jünger Kinder sind, desto eher empfiehlt es sich, ihnen pädagogisch empfehlenswerte Software zur Verfügung zu stellen. Es gibt ein reiches Anbot solcher Software, die Lernen und Spielspaß verbindet.
Nach den ersten Grundschuljahren kann man den Kindern Schritt für Schritt größere Freiräume in der Auswahl von Computerspielen und bei zeitlichen Vorgaben einräumen, damit sie lernen, selbständig und selbstverantwortlich damit umzugehen.

5. Was können Eltern und Erziehende tun, damit ihre Kinder nicht durch Computerspielgewalt beeinträchtigt oder gefährdet werden?
Das elterliche Interesse an den Spielewelten des Kindes bzw. Jugendlichen und die auf das Spiel bezogene - nicht abwertende - Kommunikation mit ihnen ist die erfolgreichste Möglichkeit, durch Computerspielnutzung entstehende Probleme zu vermeiden. Kinder freuen sich in aller Regel über das Interesse der Eltern und erläutern ihnen gerne ihr Spiel. Wenn Mutter oder Vater auch einmal eine Sequenz oder einen Level durchspielen und so kundig mit ihm über seine Erfahrungen mit Computerspielen reden können, bleiben sie in Kontakt mit der Spielewelt ihres Kindes und können reagieren, wenn es Probleme gibt. In aller Regel bekommen sie dann auch mit, wenn ihr Kind ein Spiel spielt, das für sein Alter nicht freigegeben oder indiziert ist.
Um Gefährdungen und Beeinträchtigungen für die Entwicklung ihres Kindes zu vermeiden, sollten Eltern dafür Sorge tragen, dass das Kind nur die Spiele spielt, die für das entsprechende Alter freigegeben und mit einem Alterskennzeichen der USK versehen sind. Es ist zwar rechtlich zulässig, dass Eltern auch für das entsprechende Alter nicht freigegebene Spiele ihrem Kind überlassen. Dies ist aber in aller Regel nicht zu empfehlen.

6. Müssen sich Eltern Sorgen machen, wenn ihr Kind mehrere Stunden täglich am Computer spielt?
Bei vielen Kindern und Jugendlichen gibt es unterschiedlich lange Phasen, in denen bestimmte Medien einen wichtigen Platz in ihrem Leben einnehmen. Wenn sie ein neues Computerspiel entdecken oder einer Online-Gemeinschaft beitreten, ist es nicht ungewöhnlich, dass sie viel Zeit am Computer verbringen. Es ist noch kein Grund, sich Sorgen zu machen, wenn Computerspiele in einer bestimmten Lebensphase eine große Bedeutung haben, aber soziale Kontakte weiter bestehen, Freundschaften im Real Life (wahrem Leben) weiter gepflegt, andere Hobbys (z.B. Sport, Musik) nicht aufgegeben werden und die Schulleistungen nicht leiden. Es ist jedoch wichtig,  im Gespräch über den Medienkonsum und über das Geschehen in Schule und Freizeit zu bleiben sowie Alternativen (Freizeitangebote, Sport, Kultur) zur Mediennutzung anzubieten und zu fördern. Denn vor allem, wenn Misserfolge das Leben von Jugendlichen bestimmen, können die Erfolge im Computerspiel eine problematisch hohe Bedeutung erlangen.

7. Was sollten Eltern und Erziehende beachten, wenn sie Regelungen für die Spielzeit treffen?
Eltern sollten die Spielzeiten am Computer für ihre Kinder begrenzen. Welche Grenzen die richtigen sind, ist sehr von den sozialen und persönlichen Vorraussetzungen der Kinder abhängig. In medienpädagogischen Veröffentlichungen wird jedoch empfohlen, dass in der Vorschulzeit und den ersten Grundschuljahren (bis 8 Jahre) Kinder täglich nicht mehr als eine halbe Stunde am Computer verbringen sollen.
In späteren Jahren können Eltern schrittweise eine höhere Spieldauer zulassen. Mit Kindern über zehn bis zwölf Jahren sollten Eltern gemeinsam Zeitgrenzen vereinbaren. Bei der Vereinbarung von Spielzeiten sollte der Video- und Fernsehkonsum mit berücksichtigt werden. Mit vorher gemeinsam vereinbarten Grenzen erfahren Kinder, dass sie auch selbst die Verantwortung dafür tragen, rechtzeitig, an einer im Spielverlauf geeigneten Stelle ein Spiel zu beenden. Wenn Eltern hingegen ein Computerspiel an einer beliebigen Stelle unterbrechen, etwa weil das Kind „kein Ende findet“, kann dies dazu führen, dass bestimmte Spielfortschritte verloren gehen. Spielzeitbegrenzung wird dann mit negativen Erfahrungen verbunden. Für andere Tage dagegen sollten dann kürzere Computerspielnutzungszeiten oder der Verzicht auf Computerspiele vereinbart werden.

8. Welche Computerspiele verführen häufiger als andere dazu, sie über viele Stunden am Tag und über lange Zeiträume zu nutzen.
Im Spielfluss vergessen Spielende häufig die Zeit. Unter den Spielen, die besonders zu langen Spielzeit und zur Nutzung über lange Zeiträume verführen, sind vor allem solche, die über das Internet mit anderen Personen gespielt werden können (Onlinespiele). Der Wunsch, sich (auch oder zumindest) in der virtuellen Welt zu bewähren, bestimmt vielfach die Gedanken der Spielenden auch dann, wenn sie offline sind. Sich in einer neuen, in gewissem Sinne lebendigen Welt zu bewegen ist für viele Spielerinnen und Spieler eine faszinierende, wenn auch viel Lebenszeit verbrauchende Erfahrung.#

9. Welche Bedeutung haben Online-Gemeinschaften (Clans und Gilden) für Computerspielerinnen und Computerspieler?
Online-Freundschaften und -Gemeinschaften bieten Jugendlichen Gelegenheiten, soziale Kontakte zu knüpfen, sich zu bewähren und Anerkennung zu finden. Sie haben deshalb für sie eine hohe Bedeutung. Gilde oder Clans können aber auch dazu verführen, dass Jugendliche den durch die Gemeinschaft ausgeübten sozialen Druck nachgeben oder ihrem Drang nach Anerkennung folgen und (zu) lange in der virtuellen Welt bleiben

10. Was können Eltern tun, wenn das Kind Probleme mit überlangen Spielzeiten am Computer hat?
Wenn es gelingt, Absprachen über Spielzeiten zu treffen, ist es wichtig, dass diese von beiden Elternteilen konsequent eingehalten werden. Bestätigen Sie Ihr Kind, wenn es den Zeitplan einhält, durch positive Konsequenzen. Machen Sie ihm auch die negativen Konsequenzen deutlich, die ein Brechen der Vereinbarung nach sich zieht. Bieten Sie Alternativen zur Mediennutzung an, die Ihr Kind attraktiv findet. Scheuen Sie sich nicht, auch Unterstützung durch Personen zu suchen und anzunehmen, die sich professionell mit dem Problem beschäftigen (z.B. Suchtberatungsstellen: Beratung und Informationen bei Medienabhängigkeit (Computerspielsucht, Internetsucht).