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Zu Verbrechen anreizende Medien

Die nach dem Gesetz erforderliche Anreizwirkung setzt voraus, dass der Medieninhalt eine bestimmte Handlungsweise oder Einstellung als nachahmens- oder übernehmenswert erscheinen lässt. Der Begriff des Anreizens ist damit identisch mit der Auslegung der zu Gewalttätigkeit anreizenden und der zu Rassenhass anreizenden Medien.

Die detaillierte Schilderung von "Verbrechen" führt dann zu sozialethischer Desorientierung bei Kindern und Jugendlichen, wenn der Unwert- bzw. Unrechtsgehalt der kriminellen Handlungen nicht hinreichend ersichtlich ist und der Darstellung dadurch eine insgesamt gegenüber Verbrechen bejahende Tendenz verliehen wird.

Entscheidend für die Auslegung ist also nicht nur, ob der Darstellung die Gefahr der Nachahmung durch Jugendliche innewohnt, sondern vielmehr auch, ob bei jugendlichen Rezipienten objektiv die Möglichkeit gegeben ist, die verfassungsmäßige und durch das Strafrecht konkretisierte Missbilligung von Verbrechen durch das Medium in Frage zu stellen. Hiermit einhergehen kann in bestimmten Fällen auch der Indizierungstatbestand der Nahelegung von Selbstjustiz.