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Titelbild der Rubrik: Jugendmedienschutz: Medienerziehung

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Tipps für Erziehende: Aufwachsen mit Medien

1. Wie kann ich mein Kind von klein auf unterstützen?
Sprechen Sie viel mit ihrem Baby, scherzen Sie mit ihm, spielen Sie mit ihm, singen Sie ihm Lieder vor und lesen Sie ihm später Bilderbücher und altersgerechte Kindergeschichten vor. Damit geben Sie ihrem Kind wertvolle Entwicklungsimpulse zum Erwerb der Sprach- und Lesekompetenz, zur Ausbildung seines Gedächtnisses, der Entwicklung von Phantasie und der Fähigkeit des sich Hineinfühlens in andere (Empathie).
Durch Vorlesen oder auch Vorsingen vermitteln Sie ihrem Kind das Gefühl einer tiefen Geborgenheit, Zuwendung, Zuneigung und Kommunikation. Es ist die enge Beziehung des Kindes zu Ihnen, welche die intensive Wirkung dieser Erfahrungen erst möglich macht.

2. Welche Rolle spielen Erziehende im Umgang mit den Medien?
Wie Medien sinnvoll genutzt werden können, lernen Kinder und Jugendliche durch das Vorbild und die Anleitung der Eltern und Erziehenden. Medienerziehung beginnt also bereits im ersten Lebensjahr damit, welche Medien vorhanden sind und wie sie genutzt werden.
Medien bieten Unterhaltung, ermöglichen Kommunikation und vermitteln neue Informationen über unsere Welt. Wer den "neuen Medien" unvoreingenommen gegenübersteht, wird von Kindern und Jugendlichen auch dann ernst genommen, wenn er die Gefahren und Nachteile von Medieninhalten anspricht.
Zeigen Sie Interesse an den von Ihren Kindern genutzten Medien. Dies erleichtert es den Heranwachsenden, die Argumente der Erwachsenen zu verstehen und gesetzte Grenzen zu respektieren.

3. Wie viel Zeit sollten Kinder mit der Nutzung von Medien verbringen?
Je jünger die Kinder sind, desto wichtiger ist es, darauf zu achten, wie lange Kinder Medien nutzen und mit welchen Inhalten sie konfrontiert werden. Heranwachsende brauchen mit zunehmendem Alter mehr Freiräume.
Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind klare Regeln (und achten Sie auf deren Einhaltung), welche Medien wann und wie lange genutzt werden dürfen.
In der Vorschulzeit und den ersten Grundschuljahren (7-8 Jahre) sollten Kinder täglich nicht mehr als eine halbe Stunde mit der Nutzung verschiedener Medien verbringen.
Mit zunehmendem Alter Ihres Kindes können Sie schrittweise und bei Bedarf eine Erhöhung der Zeiten der Mediennutzung zulassen und beispielsweise auch eine Ausweitung der Inhalte. Die durchschnittlichen Mediennutzungszeiten von täglich 90 Minuten der 6 bis 13-Jährigen sind entschieden zu lang!
Die Vereinbarungen über solche Zeiten sollten bei älteren Kindern ein Wochenbudget und keine einheitliche tägliche Höchstgrenze vorsehen, damit sie lernen, ihre Zeiten der Mediennutzung mit den unterschiedlichen Schul- oder Freizeitverpflichtungen an einzelnen Wochentagen zu vereinbaren.

4. Wie kann ich mein Kind vor gefährdenden Medieninhalten schützen?
Medien können positiven Einfluss auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ausüben, sofern sie – von Medienerziehung begleitet – angemessen genutzt werden. Die Medienwirkungsforschung zu Gewalt in Filmen, Fernsehen, Computerspielen oder Lese- und Hörmedien belegt andererseits aber auch, dass bestimmte Medieninhalte negative Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen haben können.
Wenn Ihr Kind häufig durch gefährdende Inhalte überfordert oder verängstigt wird und es aufgrund zeitintensiver Nutzung dieser Medien zu wenige Freiräume für soziale und andere Aktivitäten hat, bringt dies Defizite an Lebens- und Lernerfahrungen mit sich und kann Einschränkungen seiner Entwicklungs- und Lebensperspektiven zur Folge haben.
Es ist wichtig, dass Eltern und Erziehende vor Kindern und Jugendlichen einen eindeutigen Standpunkt zu negativ bewerteten Medieninhalten vertreten. Informieren Sie sich über die Medieninhalte, die Ihr Kind nutzt, sei es im Internet, beim Fernsehen oder bei PC-Spielen. So bleiben sie in Kontakt mit der Medienwelt Ihres Kindes und können reagieren, wenn es Probleme gibt. In aller Regel bekommen Sie dann auch mit, wenn Ihr Kind mit Medieninhalten konfrontiert wird, die seinem Alter nicht angemessen sind. Erläutern Sie Ihrem Kind, warum solche Inhalte nicht geeignet sind und warum Sie deren Nutzung nicht erlauben.
Je älter das Kind wird, desto mehr Freiheit möchte es im Umgang mit den Medien. Wenn dieser Freiraum schrittweise und vorbereitet gewährt wird, ist dies eine Chance, die selbstständige und verantwortliche Nutzung der Medien zu lernen.
Genauere Informationen zum Umgang mit den einzelnen Medien erhalten Sie auch über die jeweiligen Links „10 Tipps für Erziehende“.

5. Ist es sinnvoll, einem Kind einen Fernseher ins Kinderzimmer zu stellen?
Bei unter Dreijährigen kann Fernsehen bleibende Schäden verursachen. Wenn Ihr Kind einen eigenen Fernseher im Kinderzimmer hat, verlieren Sie Ihren Einfluss darauf, was es sich ansieht. Außerdem sind die Verlockungen des Fernsehens zu groß, so dass Schularbeiten oder kreatives Spielen vernächlässigt werden. Deshalb: Bitte keinen Fernseher ins Kinderzimmer!

6. Wie kann ich meinem Kind einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien vermitteln?
Sie sollten ihr Kind bei seinen ersten Erfahrungen zur Mediennutzung begleiten, damit es mit Ihnen über seine Eindrücke reden und sie verarbeiten kann. Grundsätzlich gilt: Beobachten Sie, wie Ihr Kind auf verschiedene Medien reagiert: Macht es ihm Spaß? Lernt es dabei? Verliert es schnell die Lust? Entwickelt es aggressive Verhaltensweisen? Beachten Sie die altersangemessenen Nutzungszeiten.
Auch wenn es nicht immer einfach ist: Nehmen Sie sich Zeit und erkunden Sie mit Ihrem Kind gemeinsam beispielsweise die Sphären des Internets, die es kennen lernen möchte und die für ihr Kind geeignet sind oder ein Computerspiel. Nehmen Sie ihre Vorbildfunktion ernst und lassen Sie sich da, wo es unproblematisch ist, auch einmal bei einer eigenen Internetrecherche von Ihrem Kind begleiten.
In späteren Jahren sollten Sie den Kindern größere Freiräume in der Auswahl von beispielsweise Filmen, Fernsehsendungen und auch bei den Nutzungszeiten einräumen, damit sie lernen, selbständig und selbstverantwortlich damit umzugehen.

7. Was muss ich beim Kauf von Medien wie Filmen oder PC-Spielen beachten?
Ein Film (DVD, Video) für Kinder und Jugendliche sollte auf jeden Fall ein Alterskennzeichen der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) tragen, das ihrem Alter entspricht.
Kaufen Sie nur PC-Spiele, die für die Altersgruppe Ihres Kindes freigegeben sind und somit ein entsprechendes Alterskennzeichen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) tragen, da sonst Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung durch den Inhalt des Spiels beeinträchtigt werden können.
Diese Altersfreigaben sagen aber nichts über den pädagogischen Wert eines Films aus, sie sind keine pädagogischen Empfehlungen!
Bei keinem anderen Medium wie dem Buch ist eine so präzise alters- und entwicklungsgemäße Auswahl möglich. Hinweise auf Buchempfehlungen finden Sie auf dieser Homepage unter "Empfehlenswertes".
Weitere Informationen zu den einzelnen Medien erhalten Sie auch über die jeweilige Rubrik „10 Tipps für Erziehende“.

8. Was leisten pädagogische Empfehlungen?
Pädagogische Empfehlungen informieren darüber, ob die Inhalte eines Mediums den intellektuellen Fähigkeiten von Kindern unterschiedlicher Altersgruppen entsprechen, ihnen Freude bereiten, Fähigkeiten fördern und Kenntnisse vermitteln. Darüber, wo Sie pädagogische Empfehlungen zu den verschiedenen Medien finden, informieren wir Sie unter "Empfehlenswertes".

9. Wann wird Mediennutzung zur Sucht?
Eine phasenweise intensive Beschäftigung mit Medien muss noch kein Grund zur Sorge sein.
Gesundheitliche Beeinträchtigungen, die Vernachlässigung schulischer oder häuslicher Pflichten, der Verlust sozialer Kontakte oder der Verzicht auf sonst regelmäßig ausgeübte sportliche Betätigung deuten aber auf schwerwiegende bestehende Probleme hin. Radikale Verbote sind bei Abhängigkeit nicht hilfreich. Nehmen Sie in diesen Fällen Kontakt zu Fachleuten der örtlichen Suchtberatungsstellen (Computerspielsucht, Medienabhängigkeit) auf.
(Beratung und Informationen bei Medienabhängigkeit (Computerspielsucht, Internetsucht)

10. Was ist sonst noch zu beachten?
Bewegung und frische Luft sind für die Entwicklung Ihres Kindes ebenso wichtig wie musische und kreative Betätigung oder gemeinsames Spielen in der Familie und mit Gleichaltrigen. Wenn es gelingt, unseren Kindern diese Entwicklungsspielräume zu eröffnen, werden sie weniger auf mediale Freizeitgestaltung angewiesen sein.



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BPjM Service-Telefon 0228-376631

Foto von einem Mädchen am PC

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