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Do 18.06.2009

Alleinerziehende stärker fördern

18 Prozent aller Familien in Deutschland sind Familien mit einem alleinerziehenden Elternteil. Insgesamt leben mehr als 2 Millionen Kinder unter 18 Jahren in alleinerziehenden Familien. Alleinerziehende machen also einen wesentlichen Bestandteil der Familien in Deutschland aus.
Die Erwerbstätigenquote der Alleinerziehenden ist hoch: 63 Prozent sind aktiv erwerbstätig, das heißt sie sind nicht in Mutterschutz oder Elternzeit. Auch Alleinerziehende, die nicht erwerbstätig sind, würden zu einem großen Teil gerne arbeiten, haben aber in der Regel größere Schwierigkeiten, sich auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellt für die meisten Alleinerziehenden eine beträchtliche Herausforderung dar. Sie sind aber mit deutlich höheren Anforderungen an die Organisation des Alltags, der Haushaltsführung, Kindererziehung und Sicherung des finanziellen Einkommens konfrontiert und deshalb auf ein engmaschiges Netz der Unterstützung angewiesen.

Projekt "Vereinbarkeit für Alleinerziehende" gestartet

Das Bundesfamilienministerium hat vor diesem Hintergrund das Projekt "Vereinbarkeit für Alleinerziehende" ins Leben gerufen, das die Chancen von Alleinerziehenden auf dem Arbeitsmarkt erhöhen will. Das Projekt ist Teil der kooperativen Partnerschaft "Perspektiven für Alleinerziehende" mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Es soll dazu beitragen, die Kooperation der eher fallbezogen arbeitenden Arbeitsagenturen mit Unternehmen, Verbänden, Kammern, Bildungs- und Jugendhilfeträgern sowie Netzwerken weiterzuentwickeln. Zahlreiche kreative Angebote der Lokalen Bündnisse für Familie und der Mehrgenerationenhäuser gehören dazu. Sie reichen vom Mittagstisch über Hol- und Bringdienste, Ferien und Notfallbetreuung, Unterstützung in Erziehungs-, Weiterbildungs- und Alltagsfragen.

Im Frühjahr 2009 haben zwölf vom Bundesfamilienministerium geförderte Pilotstandorte ihre Arbeit aufgenommen. Das Projekt mit einer Laufzeit von einem Jahr soll Impulse für eine bundesweit verbesserte Integration von Alleinerziehenden in den Arbeitsmarkt geben.

Mehr Leistungen, mehr Betreuungsangebote

Im Rahmen einer nachhaltigen Familienpolitik sind bereits wichtige Schritte erfolgt, um die materiellen Leistungen für Alleinerziehende und ihre Kinder zu verbessern. Die Erhöhung und frühere Staffelung des Kindergeldes, die Einführung des Elterngeldes und des Schulbedarfspakets und der weiterentwickelte Kinderzuschlag kommen wesentlich auch Alleinerziehenden zugute. Gemeinsam mit einer Erhöhung des Wohngelds um durchschnittlich 60 Prozent werden 2009 mehr Familien unabhängig von Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld und Sozialhilfe sein. Mit dem Ende 2008 in Kraft getretenen Kinderförderungsgesetz (KiföG) wird zudem der Ausbau der Kinderbetreuung vor allem für Kinder unter drei Jahren weiter vorangetrieben. Davon werden insbesondere auch Alleinerziehende profitieren.

Auch für die Zukunft stehen Verbesserungen für die Situation Alleinerziehender auf der familienpolitischen Agenda ganz oben. Das Service-Portal des Bundesfamilienministeriums Familien-Wegweiser liefert einen schnellen Zugriff auf die wichtigsten Informationen zu Leistungen und Ansprechpartnern auch für Alleinerziehende.