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Mi 18.03.2009
Gute Kinderbetreuung
Der Ausbau der Kindertagesbetreuung soll weiter beschleunigt werden. Darin sind sich Bund, Länder und Kommunen einig. Das Kinderförderungsgesetz (KiföG), das am 16. Dezember 2008 in Kraft trat, ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.
Das KiföG setzt Meilensteine für mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf, für mehr Bildung für alle Kinder und für bessere Zukunftsperspektiven in Deutschland. Bis zum Jahr 2013 soll es bundesweit im Durchschnitt für jedes dritte Kind unter drei Jahren einen Betreuungsplatz geben - rund ein Drittel der neuen Plätze werden in der Kindertagespflege geschaffen. Im gleichen Jahr wird jedes Kind mit Vollendung des ersten Lebensjahres einen Rechtsanspruch auf Förderung in einer Kindertageseinrichtung oder in der Tagespflege haben.
Finanzierung des Ausbaus auf seriöser Grundlage
Um diese Ziele zu erreichen, wird die Finanzierung des Ausbaus mit dem Kinderbetreuungsfinanzierungsgesetz auf eine seriöse Grundlage gestellt. Von den insgesamt 12 Milliarden Euro, die für den Ausbau benötigt werden, trägt der Bund mit 4 Milliarden Euro rund ein Drittel. Davon stehen bis zum Jahr 2013 insgesamt 2,15 Milliarden Euro für Investitionsmittel bereit.
Die restlichen 1,85 Milliarden Euro des Bundes entlasten die Bundesländer bei der Finanzierung der Betriebskosten. Diese Änderung des Finanzausgleichgesetzes wird im KiföG geregelt und gilt bis 2013. Ab 2014 beteiligt sich der Bund dann dauerhaft mit jährlich 770 Millionen Euro an der Finanzierung der Betriebskosten.
Ziel bis 2013: bundesweit gute Qualität
Bund, Länder und Kommunen setzen neben dem Ausbau auch darauf, die Qualität der Betreuung entscheidend zu verbessern. Mit zwei Programmen unterstützt das Bundesfamilienministerium die Bemühungen der Länder, Kommunen und Träger, für mehr Qualität in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege zu sorgen:
- Bildung und bestmögliche Förderung aller Kinder schaffen Chancengerechtigkeit. Deshalb ist es notwendig, Eckpunkte zur frühkindlichen Bildung in Einrichtungen und in der Kindertagespflege zu entwickeln. Das Forum Frühkindliche Bildung soll diese Aufgabe übernehmen und damit den Ausbau der Kinderbetreuung in Bezug auf qualitative Anforderungen unterstützen.
- Das Aktionsprogramm Kindertagespflege schafft Anreize für Interessierte, sich für den Beruf der Tagespflege zu entscheiden und zu qualifizieren. Mit dem Aktionsprogramm Kindertagespflege werden 200 Modellstandorte gefördert, um in der Praxis gute Ideen zu erproben, wie Tagespflegepersonen gewonnen und qualifiziert werden können. Dazu können auch Kooperationen mit Partnern wie einer Kindertageseinrichtung, einem Tagespflegeverein oder einem Mehrgenerationenhaus geschlossen werden.
Der Ausbau der Kinderbetreuung schreitet voran
Mit einer Betreuungsquote bei unter Dreijährigen von 18 Prozent (West: 12,2 Prozent, Ost: 42,4 Prozent - jeweils ohne Berlin; 2007: 15,5 Prozent) wurde eine wichtige Zwischenetappe erreicht. Innerhalb von zwei Jahren wurden in westdeutschen Kommunen insgesamt 66.000 zusätzliche Betreuungsangebote für unter Dreijährige geschaffen. Inzwischen werden dort rund 204.000 Kinder in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege betreut. Dabei wurde die Infrastruktur nachhaltig gestärkt: Die Angebote in Einrichtungen sind zwischen 2007 und 2008 um fast 30.000 zusätzliche Plätze gestiegen.
Das ist eine gute Nachricht für Eltern. Die Wartelisten schrumpfen und die Zahl der Plätze steigt. Und das mit zunehmender Geschwindigkeit: Wurden zwischen 2006 und 2007 in Westdeutschland knapp 29.000 zusätzliche Angebote geschaffen, waren es zwischen 2007 und 2008 etwas mehr als 37.000 zusätzliche Angebote. Mit dem Ende 2008 in Kraft getretenen Kinderförderungsgesetz wird der Ausbau deutlich an Fahrt gewinnen.
